Wir zeigen Euch: Deutz

Deutz ist rechts des Rheins gelegen und gehört zum Stadtbezirk 1. Der Stadtteil besitzt eine Fläche von 524 ha. Das macht ihn zum fünfgrößten im Bezirk. Die Eingemeindung fand 1888 statt und Deutz wurde aus einem Römerkastell geboren. Zu Deutz gehörten ehemals auch Kalk, Poll sowie Vingst. Heute kennt man Deutz vor allem wegen der Koelnmesse, der Lanxess Arena sowie dem Bahnhof Köln Messe / Deutz.

Geografisches

Deutz liegt rechts des Rheins und zusammen mit Altstadt-Nord, Altstadt-Süd und den beiden Neustadt Stadtteilen bildet Deutz den Stadtbezirk Innenstadt. Kalk sowie Humboldt / Gremberg sind die östlichen Grenzen, Poll bildet die südliche Grenze, der Rhein bildet die Grenze nordwestlich und Mühlheim ist die Grenze im Nordosten.

Geschichtliches

310 bauten die Römer die Rheinbrüche, um ihre Truppen übersetzen zu können. Kaiser Kontantin ordnete den Brückenbau an, die auch für den Handel mit Germanen genutzt wurde. Rechts des Rheins wurde das Kastell Divitia gebaut. Diesen Namen kann man auf dem Grab von einem Soldaten lesen. Es stammt aus der zweiten Hälfte vom 4. oder aber 5. Jahrhundert. Die Franken schenkten der Rheinbrüchke keine besondere Beachtung. Es wird vermutet, dass die Brücke 500 Jahre danach abgerissen wurde. Dies führte dazu, dass man Köln nicht mit einer Brücke über den Rhein erreichen konnte, ganze 1000 Jahre lang. Um über den Fluss zu gelangen, setzte man auf Fähren. Peter Simons, ein Chronist, führte zwei Fahrzeuge, ein großes Vlotschiff sowie einen Nachten an. Diese wurden für den Transport von Vieh sowie Gütern benutzt. Im Jahr 1674 hat man die "Fliegende Brücke" verankert. Durch die Franzosen wurde im Jahr 1794 die Schiffsbrücke gebaut. 1822 wurde diese aber von einer kompletten Schiffsbrücke abgelöst. In den Jahren 1791 bis 1793 gab es einen Streit, wobei die Brücke verlegt wurde. Im Jahr 1003 kam es zu einer Umwandlung des alten Kastells. Heribert von Köln, der Erzbischof, nahm die Umgestaltung vor. Durch Heinrich I. von Köln wurde Deutz im Jahre 1230 zur Stadt erhoben. Deutz führte zu Streit zwischen Kurköln, Köln sowie dem Herzogtum Berg. Die Stadt Deutz wurde im Jahr 1583 komplett zerstört. Der Kölner Krieg dauerte bis zum Jahr 1588. Im Jahr 1678 wurden die Festungswerke geschleift.

Durch die Preußen wurde im Jahr 1816 eine neue Anlage gegründet. Noch heute kann man bei einigen Straßen deren Verlauf ersehen. So ist der Verlauf beispielsweise in der Graf-Geßler-Straße, der Kasemattenstraße oder am Reischplatz ersichtlich. Man errichtete Forts oder Lünetten vor den Mauern. Den Wall des einstigen Forts XII kann man auch heute noch erkennen. Die Straße namens Fort Rauch erinnert noch an das Fort XII. Auch die Lünette 1 kann man heute noch erkennen. Im Jahre 1803 fiel Deutz an Nassau-Usingen und 1806 ans Großherzogtum Berg. Schließlich wurde Deutz dann 1814 ein Teil von Preußen. Es kam zur Gründung von der Bürgermeisterei Deutz. Dazu gehörten auch Vingst, Poll sowie Kalk. Deutz entwickelte sich danach rasant und durch die Industrialisierung kamen auch Nichtkatholiken nach Deutz. In den Jahren 1859 bis 1861 wurde die evangelische Kirche St.-Johannes gegründet. Im Jahr 1857 kam es zur Teilung der Bürgermeisterei. Es wurde die Stadt sowie die Bürgermeisterei Deutz-Land gegründet. 1867 wurde Deutz-Land dann zur Bürgermeisterei Kalk. Die Eingemeindung von Deutz nach Köln erfolgte 1888. 1910 folgten dann Vingst sowie Kalk im Zuge der Eingemeindung. Im Jahre 1907 wurde der Rheinhafen gegründet und 1911 wurde die Hohenzollernbrücke gebaut. Der Deutzer Bahnhof folgte dann im Jahr 1913. Die Deutzer Brücke kam im Jahr 1915 dazu und 1959 entstand mit der Severinsbrücke eine dritte Brücke. Seit dem Jahr 1922 wurden Kölner Messehallen gebaut. Diese befinden sich am Rheinufer im Norden der Hohenzollernbrücke. Deutz ist ein Teil des Stadtbezirkes Innenstadt, seit dem Jahr 1975. In den 1990er Jahren wurden einige Neubauten errichtet. So wurden die Lanxess Arena, das Stadthaus oder einige Hotels gebaut. Auch die KölnMesse wurde umgebaut im Sinne dieser Stadterweiterung. Die UNESCO stoppte den Bau von Hochhäusern, da die Sicht auf den Dom von Köln dadurch gefährdet gewesen wäre.

Der Rheinboulevard

2010 plante man den Rheinboulevard für die Regionale 2010. Als man mit den Bauarbeiten begann, wurden verschiedene Römerfunde entdeckt. Es wurde Folgendes entdeckt:

  • verschiedene Turm- sowie Mauerreste eines Kastells
  • die Fundamente von Alt St. Urban
  • unterschiedliche Grabstätten
  • die Fundamente eines Wehrturmes

Die Eröffnung des Rheinboulevards fand am 13. Juli des Jahres 2015 statt. Der Panoramaweg befindet sich über der Freitreppe. Am Ende des Jahres 2016 wurden die Bauarbeiten beendet.

Die Poller Wiesen

Die Poller Wiesen liegen am Rheinufer und werden im Volksmund so bezeichnet. Sie haben historische Bedeutung und 2005 wurden diese in die Liste für Bodendenkmäler aufgenommen. Es gibt Uferbefestigungen aus dem Mittelalter, wovon noch Einiges im Grund zu sehen ist. Die Wiesen liegen im Hochwassergebiet, dennoch nutzt man sie ab und an für Feste. Der Katholische Weltjugendtag wurde 2005 veranstaltet und auch der Evangelische Kirchentag wurde 2007 hier organisert. Beim unbebauten Bereich werden von Ausflüglern oft Drachen in die Lüfte erhoben. Auch kann mann hier in den Sommermonaten grillen.

Sehenswertes

Was man sich auf jeden Fall mal ansehen sollte:

  • die Hohenzollernbrücke hat eine Kletterwand sowie Liebesschlössern
  • die Alt-St. Heribert-Abtei - einst ein Kloster mit Kirche
  • die Neu-St.-Heribert-Kiche besitzt den bekannten Schrein
  • das Geburtshaus von August Bebel
  • das Denkmal Düxer Bock
  • der Rheinpark
  • die Seilbahn
  • der Tanzbrunnen
  • eine Mini-Eisenbahn
  • das Restaurant Rheinterrassen
  • der Jugendpark

Umwallung von Deutz

In den Jahren 1817 bis 1822 kam es zum Bau der Deutzer Umwallung. Seit dem Jahr 1907 kam es zur Schleifung der Umwallung. Dabei wurde die Stadtmauer komplett geschliffen. Heute sind keine Spuren dessen mehr sichtbar. Man kann nur in den Straßen Kasemattenstraße, Helenenwallstraße, Graf-Geßler-Straße oder am Reichsplatz noch Spuren erkennen. Nach dem Abriss der Umwallung erfolgte die Stadterweiterung. Zu diesem Zwecke wurden breite Gehwege angelet und der Von-Sandt-Platz wurde gestaltet. Die Gestaltung übernahm Fritz Encke, der Gartenmeister von Köln. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden auch viele Bauten errichtet.

Wirtschaftliches

Im Jahre 2005 kam es zur Trennung der Koelnmesse bezüglich der Rheinhallen. Die Messehallen bestanden aus Backsteinfassaden und hieraus entstand ein Sendezentrum von RTL. Im Jahre 2010 fand die erste Ausstrahlung statt. Auch die Gerling-Versicherungen aus Köln nahmen ihren Sitz in den Rheinhallen auf. Weiters hat die Talanx Asset Management GmbH. ihren Sitz in den Messehallen.

Daneben sind dort untergebracht:

  • die Ellmühle - eine Getreidemühle (jedes Jahr werden dort 360.000 Tonnen an Weizen sowie Roggen verarbeitet) - die Ellmühle ist der GoodMills Deutschland-Gruppe zugehörig
  • die Wirtschaftskanzlei Görg
  • die Koelnmesse
  • die Lufthansa