Humboldt / Gremberg heißt Sie herzlich willkommen

Humboldt/Gremberg ist ein östlicher Stadtteil Kölns und hat flächenmäßig 2,821.3 km2. Es leben circa 15507 Einwohner hier. Der Stadtteil liegt auf der rechten Rheinseite und die Eingemeindung von Humboldt erfolgte am 1. April 1888 und von Gremberg am 1. April 1910. Die Postleitzahl lautet 51105 und die Vorwahl 0221. Der Stadtbezirk Kalk ist für diese Viertel verwaltungstechnisch zuständig. Es gibt den Eisenbahnanschluss "Köln Trimbornstraße mit S 12 und S 13 hier. Hier verkehren die Buslinien 153 und 159. Es hat die Stadtteilnummer 801 und 1975 gab es eine Gebietsreform. Vormals bestand der heutige Stadtteil aus zwei autonomen Gebieten. Zur Zeit der Industrialisierungsrevolution kam Humboldt zustande. Bereits nach 1850 wuchs Humboldt stetig und Gremberg wurde schon 1003 erwähnt. Ist somit also der weitaus ältere Teil des heutigen Stadtviertels. In einer Urkunde fand Gremberg 1003 Erwähnung. 1910 wurde Gremberg gemeinsam mit Vingst eingemeindet.

Im 20. Jahrhundert entwickelten sich beide Orte zu reinen Arbeiterwohngegenden. Fabriken aus der Nachbarschaft zogen immer mehr Arbeiter an. In den 1980ern fand ein Strukturwandel der Wirtschaft statt. So kam es zur Schließung zahlreicher Fabriken. 1994 wurde der Stadtteil daher ins "Integrierte Handlungskonzept" aufgenommen. Das Viertel hatte damals einen gesteigerten Erneuerungsbedarf. Das Handlungskonzept hieß "Kalk-Programm" Aus Finanzmitteln von Bund, Stadt und Land sollten Wohnungen erneuert werden. Auch Arbeitsplätze sollten geschaffen werden und der Stadtteil insgesamt modernisiert. Der Stadtteil besitzt auch renovierte Bauten aus der Nachkriegszeit, sowie Gründerzeithäuser. Die Häuser aus Gründerzeiten sind sehr gut erhalten. Auf der rechtsrheinischen Seite gehört Humboldt / Gremberg mit zu den bevölkerungsreichsten.

Geographisch Interessantes

Humboldt / Gremberg liegt an einer Niederterrasse am Rhein. Heute ist es trockengelegt, jedoch war es einst Sumpfgebiet. Der Boden ist sehr löss- sowie lehmhaltig. 70 Meter über NN weist der höchste Punkt im Viertel auf: das Gremberger Wäldchen. Der Punkt nahe der Autobahnausfahrt "Kalk / Poll" liegt mit 44 Metern am Niedrigsten.

Seine Grenzen sind:

  • Kalk sowie Vingst machen die nördliche Grenze zum Stadtteil aus
  • Ostheim ist die nordöstliche Grenze
  • südöstlich ist Westhoven gelegen (beim Autobahnkreuz "Köln-Gremberg")
  • die Autobahn 559 liegt im Süden - mit Poll
  • Deutz bildet im Westen die Begrenzung

Geschichtlich Wissenswertes

Durch die Gebietsreform 1975 wurden die beiden Orte zusammengelegt. Die Geschichte der beiden Orte könnte unterschiedlicher nicht sein. Daher folgt eine getrennte Behandlung.

Geschichte des Humboldter Viertels

Das Verwaltungsbezirk um Deutz war um 1850 nicht sehr entwickelt. Außer Felder und Wiesen war nichts vorhanden. Später entstand hier eine erste Fabrik, wo heute der Humboldtpark liegt. In der kleinen Fabrik wurde Sprengstoff produziert. In der Nähe der Fabrik wurden erste Arbeiterwohnungen gebaut. Im Jahre 1870 kam es zur Explosion in der Pulvermühle. Heute erninnert nur noch die Straße "An der Pulvermühle" davon erhalten. In Kalk stand die Fabrik "Maschinenbau A.G. Humboldt". Für die Arbeiter brauchte man dringend Wohnungen. Somit kaufte die Fabrik Grundstücke für ihre Mitarbeiter. Es wurden rechteckige Grünstücke gekauft und die Straßen waren hier gerade angeordnet. 1875 wurden 42 Häuser errichtet, die an der Ost-West-Achse der Wattstraße gebaut wurden. Diese Häuser hatten alle Nutzgärten und die neue Siedlung wurde "Humboldtkolonie" genannt. In den 1880ern kam das Unternehmen finanziell ins Schleudern. Sie wurde geschlossen und die neue "Kolonie" erfuhr eine rückläufige Ansiedlung. Es gab die Nachfolgefabrik "Maschinenbauanstalt Humboldt A.G.", die aber an einer Fortführung nicht interessiert war. Gegen Ende des vorletzten Jahrhunderts setzte die Bautätigkeit wieder ein. Kalk hatte viel Industrie und es entstanden Mietshäuser mit mehreren Stockwerken. Die Straßen waren nun geschwungen angelegt, wie die Hachenburger Straße zeigt. Die Eingemeindung nach Köln fand am 1. April 1888 statt. Da die Gemeinde rasant wuchs, musste eine Notkirche her. So entstand die Kirche St. Engelbert, deren Bauherr Eduard Endler war. Sie ist neugotischen Stils und wurde 1898 und 1899 gebaut.

Geschichte Grembergs beleuchtet

Heribert von Köln schenkte der Abtei Deutz mehrere Pfründe, was auch urkundlich belegt ist. Die Urkunde stammt aus 1003 und dabei wurde die Pfarre Deutz per Schenkung weitergegeben. Ihre dazugehörigen Gehöfte Kalk, Vingst, Poll, Deutz, Rolshoven sowie Westhoven waren auch Teil der Schenkung. Die Hälfte des Grevenbrucker Waldes wurde dabei auch verschenkt. Der Wald nennt sich heute Gremberger Wäldchen. Auf den 13. März 1386 ist eine andere Urkunde datiert. Friedrich von Köln, der Erzbischof, ließ die Grenze zwischen dem Berger Herzogtum sowie Kurköln definieren. Daran war auch Wilhelm II. von Berg beteiligt, der Herzog. In der Schriftquelle wird die Gegend "Grevenberge" genannt. Den Gremberger Hof gibt es seit dem Jahre 1663. Dies wird in einer Urkunde erwähnt. Auf dem gesamten Areal bestand bis Ende des vorletzten Jahrhunderts nur dieser Hof. 1828 gab es nur 20 Personen, die dort wohnten. Das übrige Gebiet bestand aus Feldern sowie dem Wald.

Preußen gab den Auftrag, das "Zwischenwerk IX b" zu bauen. Das Werk steht im Osten des Waldes. Köln erwarb im Jahre 1900 das Gremberger Wäldchen. Es waren 302 Morgen Land und das Wäldchen kostete 400.000 Mark. Zuerst war es ein Staatsforst und dann ein Erholungsgebiet für die Menschen von Köln. Im Jahre 1911 kam ein Forsthaus dazu. Es hatte ein Restaurant dabei und wurde von der Stadtverwaltung vorfinanziert. Im Jahre 1886 wurde mit Kalk-Süd ein Eisenbahnnetz-Anschluss errichtet. Kalk-Süd entstand somit in Gremberg und ein eigener Anschluss. Mit Vingst wurde es jedoch dabei nicht verbunden. Im selben Jahr entstand auch eine Schule. Man vermutete einen Bevölkerungszuzug wegen dem Eisenbahnanschluss. "Gottfried Hagen" warr eine Akkumulatorenfabrik, die ihren Betrieb aufnahm. Es war ein größeres Industrieunternehmen, aber die Bevölkerung stieg dennoch nicht schneller an. So wurde die Schule erst im Jahre 1896 eröffnet. Von 1900 bis 1910 wurden viele Häuserzeilen gebaut. Sie hatten zwei, drei und vier Geschosse und standen zwischen der Odenwaldstraße sowie der Gremberger Straße. Sie waren für die Mitarbeiter der Fabriken in Vingst und Kalk bestimmt. Gremberg hatte keinen Straßenbahnanschluss und somit war der Wohnort nicht attraktiv. Im Jahre 1909 standen somit noch 93 Wohnungen leer. Eine Zentrale wurde von der "Konsumgenossenschaft Hoffnung" hier 1908 genommen. Dazu gehörten ein Zentrallager, Büro- sowie Geschäftshäuser mit drei Stockwerken und zahlreiche Produktionsbauten.

Im Zuge der Eingemeindung plante die Verwaltung den Bau einer Straßenbahnlinie. Damals wurde schon mit den Bauarbeiten begonnen. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, wurde der Bau eingestellt und ad acta gelegt. 1911 kam es zu einer Zuordnung der Gremberger Gläubigen nach Humboldt. St. Engelbert war näher gelegen als die St.-Martinskirche. Martin Köllen, der damalige Dechant, ließ einen Kirchenbauverein gründen. Man wollte eine eigene Kirche errichten lassen. Da die Löhne der Arbeiter niedrig waren, kam nicht viel Zustimmung für das Vorhaben zustande. Köllen mietete dann einen Saal auf eigene Kosten an. Die Miete betrug 100 Mark im Jahr und der Dechant mietete den Saal auf fünf Jahre an. 500 Mark wendete er für Umbauarbeiten auf. Die Inneneinrichtung wurde von Gemeinden in der Nähe gespendet. Der 15. Oktober 1911 war das Einweihungsdatum für die Kirche. Der Namenspatron des Vaters von Köllen stand Pate. Die Kirche wurde auf Antonius von Padua, den Heiligen, getauft. St. Antonius wurde einige Jahre danach Rektoratsgemeinde von St. Engelbert.

Geschäftswelt und Industriestruktur

In dem Stadtteil sind einige riesige Supermärkte beheimatet. Die Taunusstraße ist Heimat einiger kleinerer Geschäfte. Auch nicht weit von der St. Engelbert-Kirche liegen einige Geschäfte. Kippes ist die einzige klassische Firma im Stadtteil. Ende der 1980er wurde die Firma Hagen aufgelöst, denn sie musste Konkurs anmelden. Das einstige Firmengelände beherbergt heute den Technologiepark "Hagen-Campus". Unternehmen aus der Biotchnik haben sich hier angesiedelt. Daneben sind auch Firmen zu Kommunikationstechnologien, Designer, Softwareentwickler, Consultig-Firmen und Medizin-Techniker hier zu finden. Auch das Rechtsrheinische Technologie- und Gründerzentrum Köln ist hier gelegen. Für Existenzgründer oder aufstrebende, neue Technologieunternehmen ist die Lage am Campus günstig. Es gibt günstige Büroräume oder auch Labors. Consulting-Firmen bieten Beratungen für den Aufbau eines Unternehmens an.

Schulen sowie Kindergärten

Es gibt ein Berufskolleg sowie auch zwei Grundschulen in dem Stadtteil. Auch mehrere Kindergärten sind hier zu finden. Am 31. Juli 2011 wurde eine Hauptschule geschlossen.

Kirchengemeinde des Stadtteils

St. Marien sowie St. Engelbert sind zusammengelegt worden und bilden heute eine Gemeinschaftsgemeinde. Köln-Kalk-Humboldt ist gegen Ende des Jahres 2010 aufgelöst worden. Diese war für die evangelischen Gläubigen zuständig. Es erfolgte dann eine Fusion mit der Kalker Kirchengemeinde. Dies wurde am 1. Januarr des Jahres 2011 durchgeführt. Die Kirchengemeinde besteht aus Humboldt, Gremberg sowie Kalk.

Sehenswertes ist zum Beispiel:

  • ein Forsthaus, das im Gremberger Wäldchen liegt
  • das Sammelgrab sowie eine Gedenkstätte für 74 Opfer der NS-Zeit (Soldaten der Sowjets)
  • Kirche St. Engelbert
  • der grüne Lunge mit dem Humboldtpark
  • die Backsteinkirche Gustav-Adolph-Haus, die in der Hachenburgerstraße liegt