Bocklemünd/Mengenich heißt Besucher willkommen

Bocklemünd/Mengenich liegt im Nordwesten der Stadt Köln und hat circa 10.669 Einwohner. Seine Fläche beträgt 4,931 km2 und die Eingemeindung war am 1. April 1888. Seine Postleitzahl ist 50829 und der Stadtteil ist dem Stadtbezirk Ehrenfeld zugehörig. Hier verkehren die Stadtbahnlinien 3 sowie 4 und die Buslinien 126, 127, 143, 145, 962 sowie 970. Der Stadtteil ist einst aus zwei Dörfern zusammengewachsen: Bocklemünd sowie Mengenich. Im Jahre 1950 wurden die beiden Orte zu Administrationszwecken zusammengelegt. Der WDR hat hier seine Produktionsstätte und dadurch ist der Stadtteil auch bekannt.

Köln Bocklemünd

Lage der beiden Stadtteile

Bocklemünd/Mengenich hat östlich gelegen Ossendorf sowie Pesch als Grenze, wie auch Vogelsang. Widdersdorf macht die südliche Grenze zum Stadtteil aus. Pulheim bildet die westliche Grenze und die nördliche Grenze macht Esch/Auweiler aus. Die Venloer Straße durchquert den Stadtteil in nordwestlicher Richtung.

Geschichtliche Fakten

Funde aus alter Zeit förderten zutage, dass auf diesem Gebiet einst eine Ansiedlung lag. Diese reicht sogar bis in die Jungsteinzeit zurück und somit hat Mengenich eine lange, traditionsreiche Entstehungsgeschichte. Die Funde bezeugten eine bandkeramische Siedlung und es wurden auch Funde der Glockenbecher-Kultur gefunden. Archäologen wiesen auch eine Besiedlung aus der Bronzezeit- sowie der Eisenzeit nach.

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Bocklemünder Stadtteilgebiet

Im Jahre 941 kam es zu einer Schenkung, die Wichfried vornahm. Der Erzbischof verschenkte zwei Gutshöfe an das Stift St. Cäcilie. Dabei war auch Ackerland von "Bugchilomunti", was heute Bocklemünd ausmacht. Ein Hof wurde später in "Cäcilienhof" umbenannt und lag auf Bocklemünder Gebiet. Der Dohmenhof war ein Teil des heutigen Gebietes auf Mengenich. Das war die erste Erwähnung des heutigen Stadtteils Bocklemünd. Auch hier kamen über Jahrhunderte lang einige Schreibarten zur Anwendung. So wurde der Stadtteil urkundlich zwischen 1079 und 1098 als "Buchelmundt" angeführt und 1196 als "Buchelmunthe". 1609 dann wurde es "Pocklemünd" oder auch "Buckelmeuntt" geschrieben in einer Urkunde. Die genaue Bedeutung des Namens kann nicht eindeutig bestimmt werden. Man nimmt an, dass es sich um "Buckel" oder auch "Mündung" handelt. Dies würde eine Mündung am Hügel oder Buche am Hügel bedeuten. Das wäre Mittelhochdeutsch für "Heckenschutzwehr mit Gebück". Es kommt auch "steiler, bewaldeter Hang" infrage, wobei das Holz gebuckelt werden musste.

Eine weitere Vermutung ist, dass es "boc" aus dem Altdeutschen bedeuten könnte. Dies meint Ziegenbock und es könnte vielleicht ein Ziegengehege bestanden haben. Dafür würde sprechen, dass auch die Dörfer Ossendorf, Marsdorf sowie Widdersdorf nach Tieren benannt wurden. Ossendorf steht für Ochse, Widdersdorf für Widder und Marsdorf für Pferd. In Bocklemünd lagen drei Höfe in Pacht, beispielsweise hatte der Weierhof 302 Morgen Land, der Fettenhof hatte 280 Morgen. Daneben gab es den Arnoldshof, der ebenfalls 280 Morgen Land hatte. Der Fettenhof bestand um das Jahr 1170. Der Arnoldshof entstand erst 1741 und seine Bewirtschaftung dauerte sogar bis 1948. Er geht auf den ersten Pächter Arnold Conzen zurück. 1990 wurde der Hof saniert und bekam dunkelrote Ziegelfassaden.

Bocklemünd/Mengenich - zusammengewachsen

Viele Jahrhunderte waren Mengenich sowie Bocklemünd zwei Döfer kleinen Ausmasses. Es herrschte damals natürlich Landwirtschaft vor und Bocklemünd war bis zum Jahre 1794 ein Teil von Dingstul Griesberg. 1798 wurde der Stadtteil zusammen mit Ossendorf, Mengenich, Melaten, Bickendorf sowie Subbelrath in die Mairie Müngersdorf eingegliedert. Der Lärchenhof, wo nun das St. Brigida-Heim untergebracht ist, ist von 1748. Aus dem Jahre 1854 stammt der Neuenhof und 1798 zählte Bocklemünd 138 Bewohner. 1885 wuchs der Ort schon auf 532 Mensche an und Mengenich hatte 217 Bewohner. Die Eingemeindung nach Köln fand 1888 statt und den Dorfcharakter konnte der Stadtteil bis in die 1950er beibehalten.

Mengenich stammt wohl vom Lateinischen ab mit dem Wort "Magniniacum". Es heißt "Siedlung des Magninus" und einst lag hier eine keltisch-römische Siedlung. Sie war an einer Fernstraße der Römer gelegen, die nach Westen führte. Es wird vermutet, dass sich ein Bild der Göttin Virtus hier befunden hat. 1950 wurden die beiden Orte zusammengelegt, aus verwaltungstechnischen Gründen. In den 1960ern veränderte sich die Gestalt der Orte. Bocklemünd bekam ein Großbauprojekt und sollte ein modernes Viertel werden. Die Trabantenstadt Bocklemünd-Mengenich sah 3000 Wohnungen vor und Baustart war 1967. 1976 zog die Gebühreneinzugszentrale hier ein und 1985 folgt der WDR. Es wurde ein Fernsehstudio errichtet und hier wird die "Lindenstraße" gedreht. Bis zum Jahr 2003 wurde hier auch die Serie "Verbotene Liebe" abgedreht. Und bis 2016 entstand hier die Serie "Zimmer frei". Auch "Tiere suchen ein Zuhause" hat hier ihren Drehort. Die Kulisse bestand aus Tonnen von Stahl, 50000 Meter Holz sowie aus Kalksandstein. Zwischen 1987 sowie 2001 wurde die Show "Hollymünd" live vom Open Air-Areal dort ausgestrahlt. Bei der Show handelte sich um einen Publilumsrenner. Für Besucher ist die Besichtigung des WDR sicher eine Reise wert und einmal eine Abwechslung.

Der "BioCampus Cologne" befindet sich seit dem Jahr 2002 in Bocklemünd. Das Gelände umfasst 254.000 m2 und einst befand sich hier das Unternehmen Nattermann. Heute ist es das größte Biotechnologieareal von Deutschland. A. Nattermann, ein Unternehmen und heute Teil des Konzerns "Sanofi-aventis", hatte seinen Sitz einst hier und etwa 440 Mitarbeiter waren beschäftigt.

Die Kirche St. Johannes vor dem Lateinischen Tore

Die katholische Kirche ist ein schöner alter Kirchbau in traditionellem Stil. Es handelt sich um einen roten Backsteinbau mit sehr hohen Spitzbogenfenstern. Innen ist die Kirche schlicht gehalten, mit weißen Wänden und funktionellem Inventar. Um die Kirche herum spenden einige große Bäume frische Luft. Wer in der Hektik der Stadt einen Moment innehalten will, findet hier kurze Andacht.

Der Arnoldshof

Er ist an der Venloer Strasse 1198 gelegen und der Ecke Grevenbroicher Strasse. Hier ist der Verkehr ziemlich stark und der alte Hof setzt sich wie ein Juwel aus alter Zeit von der Moderne ab. Er ist der am ältesten erhalten Bauernhof hier. Der Bau liegt auf der Höhe und ist so wuchtig, dass das Gebäude fast burgartig anmutet. Dieser alte Hof wurde nach seinem einstigen Pächter Arnold Conzen benannt. Conzen war zur Zeit um das Jahr 1650 hier wohnhaft. Das Gebäude besteht aus dunkelroten Ziegeln und trägt die Zahl 1741 im Mauerwerk. Es ist ein traditionsreicher, schöner und alter Hof. Einst gehört dieser Hof dem Krankenhaus St. Herbert im Ort St. Andreas. Die Bewirtschaftung des Hofes erfolgte bis zum Jahr 1948.

Im Jahre 1990 erfuhr das Gut eine Neugestaltung. So kamen 15 Häuser sowie 18 Eigentumswohnungen hinzu auf dem Hofgebiet hinzu. Diese wurden im Landhausstil errichtet, um zum alten Hof zu passen. Der Hof steht unter Denkmalschutz und ist kulturhistorisch gesehen eine Besonderheit. 1991 bezog der erste Mieter bereits ein neu gestaltetes Heim. Es sind noch Aussenmauern vom damaligen Herrenhaus zu bewundern. Der Innenbau sowie das Dach sind aber neuen Ursprungs. Die Stadtbaukunst von Köln hat hier ganze Arbeit geleistet und aus altem Kulturgut Neues gemacht.

Wer an Altem und Traditionsreichem interessiert ist, kann einen kurzen Besuch bei der Kirche mit dem alten Hof kombinieren. Der schöne, burgähnliche Bau ist sehenswert. Ein kurzer Abstecher von der Besichtigung anderer Kölner Stadtteile kann einbebaut werden. Nach dem Erkunden einzelner Stadtteile kann in einer Wohnung von Ferienwohnung Köln entspannt werden.

Die Römische Zeit

Archäolgoen gruben hier Fundstücke aus, die eine Keltensiedlung bezeugen. Im Westen des Militärringes sowie auch beim Rittergut Vogelsang wurden Funde ausgemacht. Nach der Keltenzeit kamen die Germanen in diese Gegend, was um das Jahr 500 v. Chr. datiert wird. Funde von Krügen, Schüsseln oder Reihengräbern belegen dies. Es bestand hier ein keltisch-römisches Landgut, welches belegt ist. Dies führte den Namen "Magniniacum", was soviel heißt wie "Siedlung des Magninius". Dieser Namensgeber war zugleich auch der Namenspatron des Stadtteils Mengenich.

Es wird angenommen, dass Bocklemünd an einer Fernstraße der Römer entstand. Diese ging in das Erft- sowie Maasgebiet und darüber gibt es auch Fundstücke. Archäologische Funde bezeugen eine Ansiedlung mit Höfen aus der Römerzeit. Diese Höfe hatten vielfach Privatfriedhöfe dabei, wobei die Gräber kostbar ausgestattet wurden. Die Eigentümer der Höfe waren damals der wohlhabenderen sowie reichen Oberschicht zuzurechnen. Den Wohlstand verdankten sie dem Handel, der Landwirtschaft sowie der Herstellung von Zieglen.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass es hier einst ein Standbild gegeben hat. Virtus, eine Wegegöttin aus dieser Zeit, hatte man hier mit einem Weihealtar verewigt. Das Bild stand entlang der Römerstraße, aber es ist unklar, ob es privat aufgestellt wurde. Es gilt als wahrscheinlich, dass es sich dabei aber um ein öffentliches Heiligtum handelte, da es direkt an der Römerstraße lag.