Buchforst wird vorgestellt

Buchforst ist auf der rechten Rheinseite gelegen und dem Bezirk Mülheim zugehörig. Es hat eine Fläche von nur 0,830.5 km2 und etwa 7544 Bewohner. Die Eingemeindung nach Köln fand im Jahre 1932 statt. Die Vorwahl lautet 0221 und hier verkehrt die Stadtbahnlinie 3. Des Weiteren sind noch die Eisenbahnlinien S 6, S 11 sowie die Buslinie 159 im Einsatz.

Lage des Viertels

Die Grenzen sind:

  • westliche Grenze ist Buchheim
  • südliche ist Kalk
  • westliche sowie nordliche Grenze bildet Mülheim
  • die südliche Grenze bildet die B 55a

Historisches

Das Gebiet entstand auf einem einstigen bewaldeten Areal. Zu einer Besiedelung kam es erst im vorigen Jahrhundert. Im Jahre 1926 wurde von der Gemeinnützigen AG für Wohnungsbau ein Grundstück erworben. Dieses war 18 ha groß und es handelte sich um ein Gebiet auf dem Kalkerfeld. Es fand anschließend eine Umwidmung in Bauland statt. Im Norden der Karlsruher Straße wurden zwischen 1929 und 1932 die Blaue Hof Siedlung errichtet. Gefolgt im Jahre 1929 von der Weißen Stadt Siedlung, die sich im Süden befindet. Wilhelm Riphahn sowie Caspar Maria Grod hießen die Architekten. Sie waren auch die Erbauer der St. Petrus Canisius Kirche, die katholisch ist. Die neue Siedlung bekam erst 1932 die Bezeichnung "Buchforst". Die Siedlungen "Weiße Stadt" sowie "Blauer Hof" stehen unter Denkmalschutz, seit dem Jahr 1988.

Verkehrstechnisches

Der Bahnhof Köln-Buchforst wurde ab 1986 gebaut. Die Eröffnung fand im Jahre 1990 statt. Es befinden sich hier die Haltepunkte der S-Linien 11 sowie 6. Mit der Buslinie Nr. 159 hat der Stadtteil noch ein öffentliches Verkehrsmittel zur Verfügung. Auch ein Zubringer für die Autobahn Köln-Ost steht mit der B 55a zur Verfügung.

Sehenswürdigkeiten

Zu nennen sind:

  • der Blaue Hof ist denkmalgeschützt und ebenso
  • die Weiße Stadt
  • St. Petrus Canisius ist eine katholische Kirche St. Petrus Canisius, die sich in der Voltastraße befindet. Der Architekt Wilhelm Riphan lieferte die Entwürfe zum Gotteshaus. Sie wurde in den Jahren 1930 und 1931 errichtet. Daneben beteiligte sich auch der Architekt Carl Maria Grod am Projekt. Die Kirche wurde für die Siedlung Weiße Stadt gebaut. Das Gotteshaus ist im Bauhausstil gebaut und das einzige Kirchenobjekt dieses Stils in Köln. Zwischen 1942 und 1944 wurde die Kirche mehrmals stark bis ganz beschädigt. Im Jahe 1948 erfolgte ein Wiederaufbau des Bauwerks. Dominikus Böhm machte sich mit seinem Sohn Gottfried an das Projekt zum Wiederaufbau. Maria Schwarz zeichnete für die Innenausstattung der Kirche in den 1990ern verantwortlich.
  • In der Kopernikusstraße liegt für die evangelischen Gläubigen die Auferstehungskirche. Winfried Wolksy wie auch Georg Rasch waren die Architekiten der Kirche. Sie wurden von 1965 bis zum Jahr 1967 fertiggestellt. Das Gotteshaus steht heute unter Denkmalschutz und die Pflasterung geht bis in die Kirche hinein. Sie gilt als weltweites Beispiel für den Kirchenbau in den 1960ern. Im Jahre 2005 wurde die Kirche jedoch für Messen aufgegeben. Seitdem wird die Kirche als Begegnungszentrum genützt.
  • In der Waldecker Straße kann man den Wochenmarkt besuchen. Dieser wird mittwochs sowie samstags abgehalten in der Zeit zwischen 7:00 früh und 13:00 Uhr. Es ist ein traditioneller Markt, den es schon seit 1938 gibt.
  • Auf dem sogenannten Kalkberg hat man ein Panorama von 360 Grad. Von dort kann man alle rechtsrheinischen Viertel überschauen.

Der Kalkberg

Beim Kalkberg handelt es sich um eine künstlich angelegte, kleine Erhebung mitten in der Stadt. Er befindet sich am Rande der City und liegt im Südwesten von Buchforst. Der Kalkberg liegt auch gleich neben dem Stadtteil zu Kalk. Es befinden sich hier auch Bahnanlagen sowie die Stadtautobahn.

Seine Entstehungsgeschichte

Die CFK, die Chemische Fabrik Kalk, entsorgte hier ihre Abfälle. Es entstand so eine Aufschüttung, eine Hochdeponie. Im Jahre 1972 wurde ein Abfallgesetz beschlossen. Kurz davor wurden die Aufschüttungen zum Kalkberg eingestellt. Der Kalkberg unterliegt einer Bodenschutzverordnung des Umweltamtes. Die gesamte Fläche wird unter der AL Nr. 80206 geführt. Zu Beginn gab es weder Gras noch Sträucher hier. Zur Winterszeit war die Spitze vom Schnee bedeckt und die Bewohner nannten den Berg "Kalker Alpen". Als das Gras zu sprießen begann, wurde auch der Begriff "Monte Kalk" geprägt. Das Gelände wird von der GSE, der Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & CO. KG versorgt. Zwischen dem Jahr 1999 und 2004 wurde eine Oberflächenabdeckung angebracht. Es entstand eine Lehmschicht von ungefähr 50 Zentimenter Dicke. Dies sollte verhindern, dass etwaige Schadstoffe in die Umwelt gelangen. 2012 wurde eine Höhe von 79 Meter NHN gemessen. Dies entspricht einer Höhe von 32 Metern über dem Grund.

Die weitere Entwicklung des Hügels

Der Kalkberg ist zentral gelegen, mitten in Köln. Hier, in der City, sind Freiflächen eher rar gesät. Daher wollte die Stadtplanung den Kalkberg anderweitig nutzen. Die Hochdeponie wurde total zugeschüttet und die Stadt hatte zwei Projekte im Sinn. Es sollte eine Grünfläche für die Öffentlichkeit auf dem Hügel entstehen. Auf der grünen Wiese wollte man eine Aussichtsplattform errichten. Ebenso waren die Stadtplaner von einer Rettungshubschrauberstation angetan.

Für die Öffentlichkeit eine Grünfläche und Panorama-Aussicht

Es gab einen Plan zur Stadtentwicklung namens "Rechtsrheinische Perspektiven". In Kalk-Süd gab es weniger Grünflächen und daher wollte man Grünanlagen schaffen. Man dachte sogar an einen kleinen Park am Hügel. Zwischen dem Kalkberg sowie der Zoobrücke wollte man eine Fläche für Skateboarder planen. Auf dem Hügel hat man ein schönes Rundumpanorame über die Stadt hinweg. Dabei ergibt sich auf alle Stadtteile rechts des Rheins ein schöner Rundumblick. Im Jahre 2011 gab es einen Ratsbeschluss. Die Stadtverwaltung bekam den Auftrag, ein Planungsprojekt für eine Plattform mit Aussicht zu konzipieren. Daraufhin kam ein erster Entwurf von "Architekten OX2" zustande. Es wurde eine Studie namens "Aussichtsplattform Kalkberg" in Auftrag gegeben. Man kam zu dem Schluss, dass sich die Aussichtsplattform sowie die Hubschrauberstation miteinander vereinbaren ließen. Dazu sollte der Berg nochmals aufgeschüttet werden. Zwei ganze Meter wurden dazu nochmals eingeplant. Auch sollte ein Weg entstehen und angelegt werden. Der Weg war für alle Bewohner der Umgebung gedacht. Die Oberbürgermeisterin unterzeichnete einen Dringlichkeitsbescheid, um endlich mit dem Projekt zu starten. Die Kosten sollten nicht zu hoch ausfallen und eine existierende Straße miteinberechnet werden. Auf den Gipfel des Kalkberges wird man anhand einer eigenen Treppe gelangen. Die Planer wollen das Projekt auch barrierefrei planen.

Die Rettungshubschrauberstation

2005 gab es einen Ratsbeschluss, der das Areal als alternativen Standort für das Projekt ausweist. Bis alle Arbeiten abgeschlossen sind, liegen die Hubschrauber im nahegelegenen Flughafen von Köln / Bonn. Eine Anwohnerin des Kalkberges hat gegen dieses Projekt Klage eingereicht. Im Jahre 2011 wurde die Klage jedoch abgewiesen. Die Anwohnerin gab jedoch nicht auf, denn sie ging in Berufung. Das Oberverwaltungsgericht wies ihre Klage jedoch ebenfalls zurück. Daraufhin fanden einige Prüfungen statt, die ergaben, dass es Mängel gäbe. Die Kosten für das geplante Projekt stellten sich auch als zu hoch heraus. Außerdem bestanden Risiken für die Umwelt, das dieses Projekt mit sich bringen würde. Daraufhin sollte auf die Hubschrauberstation verzichtet werden. Doch mit dem Ratsbeschluss 2011 einigte man sich, das Projekt zu starten. Das Luftrettungszentrum sollte auf dem Kalkberg entstehen. Der Hubschrauber Christoph 3 sowie der Hubschrauber Christoph Rheinland sollten eine Station bekommen.

Das Bauende legte man dabei mit Ende des Jahres 2014 fest. Im Jahre 2012 fanden Untersuchungen am Oberboden statt. Dabei wurde Schmieröl im Norden des Hügels gefunden. Man gab an, dass dies nur ein Einzelfund war. Bevor man mit dem Projekt startete, untersuchten Experten jedoch nur eine geringe Tiefe. Der Kalkberg hat eine Höhe von 32 Metern über dem Boden. Eine Kalkschicht war schwer durchfeuchtet, was jedoch nicht entdeckt wurde. Der Boden wies Verunreinigungen aus, die ausgekoffert wurden. Danach fand eine ordentliche Entsorgung statt. 2013 kam es zu einem Ermittlungsverfahren, welches von der Staatsanwaltschaft Köln durchgeführt wurde. Die Umstände zum Kauf des Grundstückes sollten beleuchtet werden. Eine Bürgerinitiative stellte Strafanzeige gegen Unbekannte in den Raum. Angeblich hatten Mitarbeiter einen erhöhten Kaufpreis bezahlt und daher wurde ihnen Veruntreuung vorgeworfen. Von der Staatsanwaltschaft konnte jedoch nichts dergleichen festgestellt werden.

Gravierende Baumängel sowie ein Baustopp

2015 fand man heraus, dass Fundamentteile abgesackt waren. Die Absackung erfolgte an der Basisstation für die Hubschrauber. Im Moment wurden alle Bauarbeiten zu dem Projekt eingestellt. Die Baumängel sind zu schwerwiegend, um mit den Arbeiten fortzufahren. Henriette Reker, die Oberbürgermeisterin, unterzeichnete 2015 einen Dringlichkeitsentscheid. Die Kuppe, die aufgeschüttet wurde, sollte wieder mit Baggern abgetragen werden. Diese wurde im Osten vom Hangar aufgeschüttet, wo auch die Plattform entstehen sollte.