Dellbrück wird von der Fewo vorgestellt

Dellbrück ist rechts des Rheins in Köln gelegen und dem Bezirk Mülheim zugehörig. Seine Fläche ist 9,95 km2 und die Einwohnerzahl liegt bei ungefähr 21.804 Personen. Am 1. April des Jahres 1914 fand die Eingemeindung statt. Seine Postleitzahlen lauten 51067 sowie 51069 und die Vorwahl ist 0221. Hier verkehrt die Eisenbahnlinie S 11 und die Stadtbahnlinien 3 und 18. Daneben sind noch die Buslinien 154, 435 und 436 hier unterwegs.

Lage Dellbrücks

Die Grenzen zum Stadtteil lauten:

  • Bergisch Gladbach bildet die östliche Grenze
  • Brück ist die südliche Grenze
  • mit Holweide, Merheim sowie Höhenhaus werden die westlichen Grenzen gebildet
  • mit Dünnwald wird die nördliche Begrenzung gebildet

Geschichtlich Wissenswertes

Frühzeit: In dieser Gegend gab es schon um die Hallstattzeit Bewohner. Erste Funde belegen eine Ansiedelung von 1000 bis 500 v. Chr. 800 v. Chr. gab es die Späthallstattzeit und 450 v. Chr. blühte die Frühlatenezeit. Ein Gräberfeld wurde im Iddelsfelder Hardt freigelet, welches im Süden vom Thurner Hof liegt. Diese Ausgrabungsstätte zählt zu den best erhaltensten von Sieg nach Wupper. Daneben wurden beim Mauspfad und entlang des Pilzweges Hügelgräber gefunden. Rennöfen sind auch ausgebraben worden, wobei in der Hallstattzeit Eisen gewonnen wurde. Eine bemerkenswerte, frühe Kultur, deren man sich bewusst machen sollte.

Mittelalterzeit

Thurn war ein Gebiet, welches 1322 urkundlich erwähnt wurde. Die "vamme Thurne" waren hier beheimatet. Gut Mielenforst, ein Rittersitz, ist um 1413 in einer Urkunde erwähnt. Dellbrück ist seit Mittelalterzeiten Bestandteil des Porzer Amtes, welches zum Herzogtum Berg gehört. Der Stadtteil entwickelte sich aus dem Ort Dellbrück, Strunden, Thrun sowie Hagedorn. Seit dem Jahr 1814, wo es eine Verwaltungsreform gab, gehören diese Orte zu Mülheim. 1905 wurde die Mairie Merheim namentlich zu Dellbrück geändert. Der einstige Name Thurn-Strunden ist heute noch vorhanden. Im Liegenschaftskataster wird nach wie vor von Thurn-Strunden geredet. Im Zuge der Eingemeindung im Jahre 1914 war Dellbrück Bestandteil von Merheims Bürgermeisterei.

Einige "Mühlen an der Strunde"

Es existieren viele Mühlen an der Strunde, welche mit Wasser betrieben werden. Diese wurden lange genutzt und Dellbrück hatte vier Wassermühlen.

  • Hardtmühle
  • Thurner Mühle
  • Strunder Mühle
  • Gräfenmühle

Bergbau Dellbrücks

Am östlichen Rand von Köln-Dellbrück wurde seit der Mitte des 19. Jahrhunderts Bergbau auf Raseneisenstein betrieben. Zu erwähnen sind die Bergwerke Grube Emma, Grube Franconia und Grube Hohenzollern.

Regionale 2010 - ein Projekt

Regionale 2010 hat das Projekt "RegioGrün" ins Leben gerufen. Dabei wurde die Strunde kulturell aufgewertet. Der Lauf des Strundebaches soll verlegt werden. Er schlängelt sich von der Hardthofstrasse sowie dem Grafenmühlenweg durch die Straßen. Die Hardtmühle, die Gräfenmühle sowie die Thurner Mühle sind historisch und es war geplant, dass die Strunde nicht mehr vorbeifließen soll. Der Plan stößt jedoch nicht überall auf Freude.

Teil von Dellbrück

Die Märchensiedlung wurde teilweise auf Dellbrücker Gebiet gebaut. Ihr Entstehungsdatum war ab 1922 und es wurde bis 1929 gebaut. Die Architekten der Siedlung waren Wilhelm Riphahn sowie Manfred Faber. Es gibt 181 Wohnhäuser in dieser Siedlung und sie entstand auf dem Areal des Iddelsfelder Rittergutes. Die neuen Bewohner sollten die Häuser eigentlich mieten. Aschenbrödelweg oder Märchenstraße sind nur einige Namen der Siedlung. Die Namen machen den Märchenbezug aus und die Idee war "Wohnen als Märchen". Ein Haus mit Garten sollte für die Arbeiter geschaffen werden. Mit Gemüseanbau sowie Kleintierhaltung sollten sich Arbeiterfamilien etwas autark ernähren können. Die Häuser der Siedlung stehen unter Denkmalschutz.

Persönlichkeiten Dellbrücks

Dellbrück hatte zahlreiche Persönlichkeiten zu bieten, die hier wohnten oder auch noch leben, beispielsweise:

  • von 1850 bis 1922 lebte Paul von Andreae hier. Dieser war Gutsbesitzer.
  • der Schriftsteller Jürgen Becker ist 1932 geboren
  • die Chorleiterin Elke Mascha Blankenburg lebte von 1943 bis 2013 hier
  • der Politiker und Jurist Heribert Blens ist 1936 geboren
  • der Schauspieler Will Dohm wohnte 1897 bis 1948 in Dellbrück
  • der Schauspieler Bernard Droog wohnte von 1921 bis 2009 hier
  • Fußballer Wolfgang Fahrian wurde 1941 geboren
  • der Bühnenbildner Dieter Flimm war auch Architekt
  • der Regisseur Jürgen Flimm, der 1941 geboren wurde
  • der Künstler Wilhelm Geißler lebte von 1895 bis 1977
  • der Künstler Jürgen Hans Grümmer lebte von 1935 bis 2008
  • der Fußballspieler Willi Hölzgen wurde 1963 geboren
  • der Bildhauer Joseph Höntgesberg wurde 1922 geboren
  • der Kunsthistoriker August Hoff lebte von 1892 bis 1971
  • der Altphilologe Wilhelm Kierdorf wurde 1938 geboren
  • der Politiker Heinz Kühn wirkte lebte von 1912 bis 1992
  • die Sammlerin sowie Galeristin Marianne Kühn lebte von 1914 bis 2005
  • der Singer-Songwriter Wolf Maahn ist 1955 geboren
  • der Musiker Klaus Osterloh wurde 1952 geboren
  • der Künstler Peter Paffenholz lebte von 1900 bis 1959
  • der Theologe Franz Ronig wurde 1927 geboren
  • der Schriftsteller Theodor Seidenfaden wirkte von 1886 bis 1979
  • der Komponist Eberhard Werdein lebte von 1911 bis 1991

Was gibt´s zu sehen?

Was man sich anschauen könnte:

  • der Thurner Hof
  • das Gut Mielenforst
  • das Straßenbahnmuseum Thielenbruch
  • die Strundener Mühle
  • das Naturschutzgebiet mit dem Thurner Wald sowie Thielenbruch
  • die Dellbrücker Heide - ein Naturschutzgebiet
  • das Radiomuseum Köln
  • das Erholungsgebiet Höhenfelder See
  • die germanischen Hügelgräber vom Pilzweg
  • die Einkaufsstraße in Dellbrück
  • der Thielenbrucher Wald
  • ein Wohnhaus unter Denkmalschutz mit einem Brauhaus dabei namens „Em Höttche“, welches in der Gierather Strasse 10 steht
  • ein denkmalgeschütztes Wohnhaus mit dem Gasthaus "Zur alten Post“, welches in der Bergisch Gladbacher Strasse 1124 steht

Im Stadtteil ist auch ein Tierheim zu finden, wobei das Haus teilweise denkmalgeschützt ist. Früher war das Haus ein Jagdhaus und steht in der Iddelsfelder Hardt.

Geistliche Sehenswürdigkeiten

Kirchen usw.:

  • St.-Joseph-Kirche in der Dellbrücker Hauptstrasse Nr. 50
  • St.-Norbert-Kirche der Kopischstrasse 4 - 6; die Kirche wurde von 1938 bis 1940 errichtet. Ihr Erbauer war Karl Band und sie hat ein Gemälde des Malers Hermann Gottfried. Der Altar sowie der Ambo stammen von Klaus Balke. Franz Crone gestaltete den Kreuzweg aus Keramik, eine Besonderheit.
  • Christuskirche für die Evangelischen befindet sich in Bergisch Gladbacher Strasse
  • Evangelische Pauluskirche steht in der Thurner Strasse
  • am Dellbrücker Mauspfad befindet sich die neuapostolische Kirche
  • am Ostfriedhof liegen die Hügelgräber, die aus der Hallstattzeit stammen
  • In der Thurner Straße liegt der Friedhof

Sportaktivitäten

In den 1950ern gab es den Verein "Preußen Dellbrück". Dieser ging im Verein "SC Viktoria Köln" auf. Er war ein lokaler Rivale des 1. FC Köln. Der Verein schaffte es bis zur Oberliga West. Im Jahre 1950 wurde das Halbfinale in der Meisterschaft Deutschlands geschafft. Fritz Herkenrath war der bekannteste Spieler des Vereins. Dieser war auch deutscher Torwart der Fußballnationalmannschaft. Der SV Adler Dellbrück ist ein Amateursportverein. Es gibt einen Sportverein mit dreizehn Abteilungen, den TV Dellbrück 1895. Die Mitgliederzahl liegt bei 2200 und es gibt eine Halle, neun Plätze für Tennis, einen Sportplatz sowie ein Clubheim. Der Reitverein Kornspringer ist auch in Dellbrück beheimatet. Der Thurner Hof steht unter Denkmalschutz und die Stallungen des Reitvereins befinden sich hier. 35 Rosse nennen ihr Zuhause dort und es gibt sowohl Spring- als auch Dressurreiten. 1952 war das Gründungsjahr des Reitervereins und es gibt circa 230 Mitglieder. Karl-Heinz Heckmann ist erster Vorsitzender und der Köln-Cup wurde 1994 erstmalig gewonnen.

Karnevalszeit

Mit der KG Uhu hat Dellbrück die größte Karnevalsriege. "Boore Schnäuzer Bart" heißt die Tanzcorpsgruppe und ein Mann ist das Tanzmariechen hier. Er ist auch größer als der Tanzoffizier, was nochmals zum Komikfaktor beiträgt. Die Mitglieder sind Besitzer eines Schnäuzers, eines Schnurrbartes. Sie tragen einen Dreispitz, eine Brille sowie einen Gehrock. Die anderen Karnevalsteilnehmer haben ansonsten eine Uniform an. Auch tragen sie kein Holzgewehr, sondern einen Schirm, ein sogenanntes Paraplü. Ein "Pääd", Pferd im Kölner Dialekt, das gestreift ist, wird von zwei Karnevalvereinsmitgliedern gespielt. Diese verstecken sich im Pferd und es wird eine Tierparodie gespielt. So wird auch eine Persiflage auf andere Karnevalsvereine gespielt. Im Jahre und 1999 wurde das Dreigestirn von Köln von der KG gestellt.

Kulturelle Aktivitäten

Der Heimatverein "Ahl Kohgasser" ist in Dellbrück beheimatet. Den Namen hat der Verein von der Kuhgasse, welche heute aber "Von-Quadt-Straße" heißt. Dass der Thurner Hof erhalten bleibt, geht auf eine Initiative des Vereins zurück. Auch das Hügelgräberfeld sollte erhalten bleiben. Der Verein organisiert auch von Zeit zu Zeit Ausstellungen in Dellbrück. Auch Publikationen zur Heimatgeschichte Dellbrücks werden vorgenommen. Der "Bürgertreff 1006" veranstaltet auch Kurse. "Klapperkasten", ein Theaterclub, ist im Bürgertreff untergebracht.

Verkehrslage

Man kommt über die Bundesstraße 506 nach Dellbrück. Auch mit der S-Bahn kann man den Stadtteil erreichen und zwar mit der Linie S 11.