Finkenberg wird vorgestellt (eher nur zur Durchfahrt geeignet)

Finkenberg liegt in Köln und ist dem Stadtbezirk Porz zugehörig. Seine Fläche beträgt 0,637,83 km2 und die Einwohnerzahl liegt bei etwa 6983. Die letzte Zählung dazu erfolgte Ende Dezember 2017. Somit ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von etwa 10950 Bewohnern pro km2. Finkenberg ist der flächenmäßig zweitkleinste Stadtteil der Stadt Köln. Nur Mauenheim ist mit nur 0,49 km2 noch kleiner als Finkenberg. Seine Eingemeindung nach Köln erfolgte am 25. August 2007. Finkenberg ist ein autonomer Stadtteil von Köln. Seine Postleitzahl lautet 51149 und die Vorwahl ist 02203. Es gibt hier den Eisenbahnanschluss "Köln Steinstraße" mit der S-Bahn 12. Die Buslinien 151, 152, 154 sowie 165 verkehren hier. Finkenberg hat die Stadtteilnummer 716.

Lage von Finkenberg

Die Grenzen von Finkenberg sind:

  • Gremberghoven im Nordwesten
  • Eil im Osten
  • Porz im Süden

Geschichtliche Fakten

Finkenberg wurde als Großwohnsiedlung gebaut und ihr Entstehungsjahr ist Ende der 1960er. Porzer Bürger nennen die Gegend bis zum heutigen Tag "Demo-Gebiet". Der Plan war, dass hier eine menschenfreundliche Wohnsiedlung entsteht und der Bund plante damals ein Demonstrativ-Bauvorhaben. Die Gegend sollte ein Wohnbauprojekt werden. Es gibt ein Zentrum mit vielen Hochhäusern, die von Geschäftspassagen umgeben sind. Es wurden auch ein Schulzentrum sowie einige Bungalows errichtet. Bungalows sowie Wohnblocks mit Sozialwohnbauten ergaben eine Kombination. Dieser Plan zählte auf Eigeninitiative der Bewohner ab. Das damalige Konzept ist jedoch mehr als gescheitert. Die "Neue Heimat" ging in Konkurs und so wurden die Parks und die Fassaden vernachlässigt. Daraufhin kam es zum Abzug vieler Bewohner. So entstanden Leerstände und Migranten siedelten sich an. Ebenso wurden als problematisch geltende Mieter angesiedelt. Bis zum heutigen Tag ist Finkenberg sozialer Brennpunkt. Am 9. Dezember 2004 forderten Bezirksvertreter aus Porz, Finkenberg als Stadtteil aufzunehmen. Die Bezirksräte erhofften sich eine höhere Identifikation. Im Jahre 2007 wurde Finkenberg somit nach Köln eingemeindet und ein eigener Stadtteil. Es ist der 86. Stadtteil der Stadt Köln.

Erscheinungsbild des Stadtteils

Hier stehen adrette Hochhäuser mit gepflegter Fassade. Auch Eigentumswohnungen sind in Finkenberg zu finden. Die Stresemannstraße besitzt saubere Außenanlagen und andererseits gibt es aber ein anderes Bild. Mietwohnblöcke mit heruntergekommenen Fassaden und ungepflegten Außenbereichen scheinen hier auch zuhauf vor. Im Süden gibt es Hochhäuser mit circa zwanzig Etagen. Die Außenfassaden sind der Verwitterung preisgegeben worden. Auch Vandalismus ist in diesen Bereichen stark zu spüren. Die Ästhetik ist hier stark beeinträchtigt, denn Aufzüge, Garagen, die Keller oder die Treppenhäuser sind schwer in Mitleidenschaft gezogen. Technische Defekte sind hier auch häufig anzutreffen. Die Freizeitanlagen sowie die Anlagen für Sportaktivitäten sehen nicht besser aus. Die Freiflächen liegen zwischen den jeweiligen Wohnblocks. Diese weisen starke Verwahrlosung auf, bis zu Vandalenakten. Verkehrstechnisch gibt es in Finkenberg eine eigene S-Bahn-Station. Diese existiert seit einigen Jahren und der Stadtteil sollte etwas angehoben werden. Der Kölner Dom ist hier in zehn Minuten zu erreichen. Die Eigentümer der Liegenschaften kommen zum Teil ihren Pflichten nicht hinreichend nach. So wird die Pflege der Bauten, deren Sauberkeit und die Ordnung sehr vernachlässigt. So sind die Anlagen innen, wie auch außen, stark beeinträchtigt. Im Jahre 2012 wurde daher eine Mieterinitiative ins Leben gerufen.

So sind die obersten Anliegen der Vereinigung, dass überteuerte Mietpreise angesprochen werden. Natürlich ist auch die Pflege der Bauten ein wichtiger Punkt. Einziger Lichtblick ist die Fußgängerzone, die im Jahre 2013 erneuert wurde. Sie wurde saniert und so erfuhr das Gebiet dadurch zumindest eine kleine Aufwertung. Wert Lust und Laune hat, kann sich die Fußgängerzone ansehen und hindurchschlendern. Der WDR unternahm einmal den Versuch, die Besitzer der Liegenschaften ausfindig zu machen. Doch hier herrschte Schweigen im Walde, denn es gibt ein Eigentümerkonzept, wo man nur schwer hindurchblicken kann. Die Idee ist simpel: es herrscht Verschleierung dessen vor und die Mieten sollen erhöht werden. Da die Mieter zu den sozial Schwachen gehören, ist die Idee klar: das Amt bezahlt die Mieten pünktlich. Alles andere scheint die Eigentümer kalt zu lassen. Die Gegend jedoch so verwahrlosen zu lassen, kann es aber auch nicht sein. Schließlich fährt man auch hier durch und eine deratige Verwahrlosung ist schon ein Dorn in jedem ästhetischen Auge. Das Mindestmass an Sanierung sollte daher schon gemacht werden. Wäre dies der Fall, würden sich auch Einkommensstabilere hier ansiedeln und der soziale Brennpunkt-Status etwas entschärft.

Sozialer Brennpunkt dieses Stadtteils

Der heutige Stand der hier lebenden Menschen liegt bei etwa 6984 Personen. Dies ist der zuletzt gezählte Stand von Ende Dezember 2017. Anders als in den anderen Vierteln von Köln, kann man hier stärker eine bestimmte Klientel sehen.

Dazu gehören:

  • Haushalte mit sehr schwachen Einkommen
  • Familien mit vielen Kindern
  • Arbeitslose Menschen
  • Personen mit Migrationshintergrund

In diesem Stadtteil gibt es eine sehr hohe Jugendarbeitslosigkeit. Von Arbeitslosigkeit sind in etwa 18,5 % der Menschen betroffen. Dies wird gestiegen sein, denn der Stand war von 2016. Der Migrantenanteil liegt bei ungefähr 83,6 %, was äußerst hoch ist. Das Stadtgebiet Köln hat nur einen Migrantenanteil, der um die Hälfte weniger ist. Im Jahre 2016 lag die Jugendarbeitslosigkeit bei 12,1 %. Auch die Jundkriminalität ist sehr alarmierend zu nennen. Im Jahre 2004 gab es eine Artikelserie über Finkenberg. Diese war sehr umstritten und wurde im "Kölner Stadt-Anzeiger" veröffentlicht. Die Serie nannte sich: "Die harten Kinder von Köln" und stieß nicht gerade auf Anerkennung. In dem Artikel sollten die Kinder sowie Jugendliche von Fikenberg beschrieben werden. Jene, die mit Gewalt und Kriminalität in Berührung kamen. Durch diese Serie wurden die Genannten jedoch nur weiter in den Sumpf der sozialen Abgrenzung gezogen. Durch die Veröffentlichung wurde Finkenberg noch weiter als untragbarer Stadtteil stigmatisiert. Die Kriminalität hier ist zumeist von Migrantenkindern ausgehend. Es gab im Jahre 2001 eine Studie "Integriertes Handlungskonzept". Opfer der Gewalt sind oft Kinder und Jugendliche. Die KFZ-Delikte und Einbrüche stehen ganz oben auf der Liste. Die Kriminellen geben bei der Polizei an, dass sie Sozialneid oder Langeweile zu den Taten triebe. Durch die hohe Kriminalität ist das Sicherheitsempfinden in Finkenberg auch sehr niedrig.

Das Empfinden Sicherheit betreffend ist hier sogar noch niedriger als in weiteren Brennpunkt-Stadtteilen von Köln. Der Zusammenhalt in Finkenbergs sozialem Brennpunkt ist zwar recht hoch, kann aber nicht über die gravierenden Missstände hinwegtäuschen. Die Stadtverwaltung wies nun Teile von Finkenberg als Sanierungsgebiet aus. Verschiedene Organe wie Sozialverwaltung, Kirchengemeinden, politische Parteien, Fördervereine, Polizei und Jugend- sowie Senioreneinrichtungen arbeiten nun zusammen. Auch einige Immobilieneigentümer wollen die Wohnsituation in den betroffenen Teilgebieten Finkenbergs verbessern. Die Wohn- sowie Lebensbedingungen sollen angehoben werden. Renovierungsarbeiten wurden bereits angeordnet und der Stadtteilmanager wurde eingesetzt. So ist bereits ein Basketballplatz entstanden. Alle Beteiligten sollen auch vernetzt werden und es wurden Hausmeisterkonferenzen initiiert. Ein Sanierungsbeirat koordiniert Soziale Dienste, Kirchen, Schulen oder andere Vertreter. Auch für die Sanierung gibt es einen Berater. Beim Land wurde ein Antrag zur Förderung eingereicht. Kommune sowie Land leiden jedoch unter Finanzknappheit und daher sind die Sanierungsarbeiten mangelhaft. Somit sind noch keine überragenden Verbesserungen für die Finkenberger eingetreten.

Einzig erwähnenswert in Finkenberg wäre die nette Fußgängerzone.