Höhenberg wird vorgestellt

Höhenberg ist im Osten Kölns gelegen und dem Stadtbezirk Kalk zugehörig. Die Eingemeindung fand im Jahre 1927 statt. Dieser Stadtteil glänzt mit seinen Grünflächen, denn diese machen die Hälfte von Höhenberg aus. Alle Besucher können sich am herrlichen Grün erfreuen. Höhenberg trägt die Stadtteilnummer 804 und hat eine Fläche von 2,195.9 km2. Die Einwohnerzahl liegt bei ungefähr 12400.

Lange Jahrhunderte bestand der Stadtteil lediglich aus Feldern und Fluren. Mit dem Namen war eine Erhöhung an der Niederterrasse gemeint. Das Industriezeitalter schritt voran und Kalk sowie Mülheim am Rhein wurden dadurch größer. Städtebauliche Maßnahmen wurden getätigt und das Gebiet um Höhenberg wurde nun auch erschlossen. Eine erste Siedlung entstand, namens Germaniasiedlung. Die Gemeinnützige AK für Wohnungsbau ließ diese bauen. Im neuen Stadtteil Höhenberg wurden auch einstige Flächen von Kalk, Merheim, Vingst sowie Buchheim neu vermessen. Nach dem Weltkrieg entstanden viele Häuser hier. So umfasste die Einwohnerzahl zwischen dem Jahr 1950 sowie 1980 die doppelte Anzahl. Industriestandorte aus der Nachbarschaft wurden weniger attraktiv. Denn viele Fabriken wurden geschlossen und neue Arbeitsplätze wurden nicht geschaffen. In Höhenberg gab es daher viele Arbeistlose. Viele Jahre hindurch lag die Quote bei über 22 %. Es gibt Fördermaßnahmen von Nordrhein-Westfalen sowie von Köln. Dabei werden zahlreiche Familien mit Finanzhilfe unterstützt.

Wo liegt Höhenberg?

Höhenberg liegt an einer Niederterrasse vom Rhein, die einstmals sumpfig war. Heute ist diese Rinne trockengelegt und der Sumpf entstand einst in der Eiszeit. Es gab einst auch Wälder in dieser Gegend. Der Boden weist Löss sowie Lehm auf. Die Grenzen zum Stadtteil sind:

  • Die B 55 a liegt im Norden mit Buchheim
  • die östliche Begrenzung bilden Ostheim sowie Merheim
  • Vingst liegt im Süden
  • die westliche Grenze macht Kalk aus (Köln-Kalk-Nord und dessen Rangierbahnhof liegt ebenfalls hier)

Geschichtliches: Vom Hochmittelalter zu den Anfängen der Neuzeit

Es gibt eine Schriftquelle aus dem Jahr 1683. Aus dieser geht hervor, dass es zwei Felder mit der Bezeichnung "auf dem Höhenberg" gab. Das waren Flurbezeichnungen ohne Ansiedelung und von 1147 bis zum Jahr 1803 gab es hier eine Grenze. Diese zog sich von Kurköln bis zum Herzogtum Berg. Es wurde ein Beobachtungspunkt errichtet, über den man einen weitläufigen Blick nach Köln hatte.

Die Frankfurter Chaussee wurde als Umgehung des Stapelrechts genutzt. Kaufleute benutzten diese und heute liegt die Oranien- sowie die Germaniastraße auf diesem Weg. Kaufleute hatten dafür Wegezoll zu bezahlen und dies war billiger als die Waren im Stapelhaus feilzubieten.

Erste Bebauung von Höhenberg

Im Jahr 1870 wurde das Werk "Hochofenwerk Germania" eröffnet. Die Fabrik musste aber schon Jahre später Konkurs anmelden. Der Äußere Festungsring von Köln wurde gebaut. Die Preußen ließen diesen errichten und auch das Fort X entstand. Es gab Rayonbestimmungen, die besagten, dass das umliegende Gebiet ohne Bebauung bleiben musste. 1896 fand eine Enteignung um die Merheimer Heide statt. Es entstand ein Truppenübungsplatz dort und die Hacketäuerkaserne sowie die Kronprinzenkaserne wurden gebaut. Um die Jahrhundertwende gab es die erste Bebauung, die im Merheimer Areal vorgenommen wurde. Für die Arbeiter der Kalker Fabriken wurde Wohnraum geschaffen. So enstanden Häuser mit mehreren Stockwerken.

Entwicklung zum Kölner Viertel

Die Gemeinnützige Wohungsgesellschaft AG kaufte das einstige Hochofenwerk. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Werksgelände aufgekauft. Es umfasste 17,7 ha und es war geplant, dort eine Siedlung entstehen zu lassen. Diese sollte 1000 Wohneinheiten umfassen und es wurden Mehrfamilienhäuser gebaut. Sie hatten zwei oder drei Stockwerke. Bis zum Jahr 1928 entstanden 1500 Wohnhäuser für die Arbeiter. Auch kleine Geschäfte wurden errichtet und eine Schule gebaut. Die Jung-Siegfried-Schule wurde in der Weimarer Straße errichtet. Ganz entgegen dem Zeitgeist wurde auch eine "Freie Schule" gebaut. Diese galt den Kindern ohne Konfession.

Seit dem Jahr 1920 baute man auch Sportplätze für Fußball sowie Leichtathletik. Die Olpener Straße beherbergte zahlreiche Geschäfte und ein Lichtspieltheater.

Die Nachkriegszeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden neue Bauten errichtet. Die GAG ließ Häuser mit vier Geschossen bauen. In den 1930ern kam es zur Errichtung der Schultheis-Siedlung. Es entstand zwischen der Oranienstraße sowie dem Bahndamm. Das Gebiet galt seit 1950 als zu Höhenberg zugehörig. Zuvor war diese Gegend Teil von Vingst. Die Mietshäuser wurden zumeist an Heimatvertriebene vermietet. Es gab zwei Zimmer in diesen Wohnungen, aber ohne Bad. Durch den Vermieter wurde dann das Oranienbad errichtet. An der Merheimer Heide wurde auch eine Siedlung errichtet. Diese diente den Angestellten der Stadt. Die Siedlung bestand aus Ein- sowie Zweifamilienhäusern.

Die 1960er sowie 1970er Jahre

Die Katharinenburg, ein Gastronomiebetrieb, fiel dem Abriss anheim. Später wurde von der Deutschen Post im Jahre 1962 eine Siedlung errichtet. Anfangs wurden nur Postbedienstete hier untergebracht. In der Erlanger Straße wurden Wohnblocks gebaut. Erbauer war die Central Krankenversicherung und 1965 zogen Italiener in die Schultheis-Siedlung. Die Wohnungen waren einfach und die Siedlung wurde im Jargon auch "Klein-Italien" gerufen.

1980 bis dato

Im Stadtteil wurde seit 1980 nicht mehr wesentlich gebaut. Man verkaufte die Schultheis-Siedlung an Spekulanten und die Siedlung verkam. Die Besitzter kümmerten sich nicht um die Modernisierung der Siedlung. Durch den schlechten Zustand vermietete man die Wohnungen an Gastarbeiter oder Sozialschwache. Private Investoren kauften mehrere Wohnblocks und die Häuser wurden saniert. Aus dem Zweiten Weltkrieg gab es noch einen Hochbunker. Dieser diente Asylsuchenden nach dem Umbau als Wohnung. Petra Kempe war eine Jugendleiterin der Höhenberg / Vingster Gemeinde. Zusammen mit Ansgar Puff, einem Kaplan, wurde das HöVi-Land-Projekt ins Leben gerufen. Es entstand 1994 und kam sozial schwachen Familien zugute. In den Sommerferien können Kinder das Sommerlager besuchen. Es befindet sich nahe des Freibades von Vingst. Im Jahre 2004 fand eine Grundsanierung der Germaniasiedlung statt.

Vereine hier

Im Sportpark Höhenberg gibt es Breitensport und der TuS Köln rrh. bietet allerlei an. Es gibt Plätze für Fußball, Leichtathletik und Tennis. Auch Schwimmen wird im Programm angeboten. Der Verein ist auch der Organisator von dreizehn Hallen, die rechtsrheinisch liegen. Nicht weit von diesem Verein entfernt befindet sich der FC Viktoria Köln. Der Verein kann mit einer Jugendabteilung aufwarten, die sehr groß ist. DJK Siegfried Kalk ist ein Fußballverein und liegt in der Merheimer Heide. St. Sebastianus Köln-Höhenberg von 1924 e. V. ist ein Schützenverein. Die Anlage des Vereins befindet sich am Höhenberger Ring.

Feste

KG Höhenberger Junge ist ein Karnevalsverein in Höhenberg. Der Verein veranstaltet einige Feste in der Karnevalszeit. Ein eigenes Zelt dient den Festgästen als vorübergehende Unterkunft. Highlights sind die Damensitzung sowie eine Discoveranstaltung. Auch eine Kindersitzung wird für die Kleinen abgehalten. Sponsoren übernehmen die Bewirtung der Gäste mit Mahlzeiten sowie alkoholfreien Getränken. Jedes Jahr treibt der Narrenumzug in den Straßen sein närrisches Treiben. Im September organisiert der Schützenverein sein Fest. Einige Zeit danach halten die Bewohner der Germaniasiedlung ihr Straßenfest ab.

Freizeitaktivitäten

Bis zum Jahr 1964 nutze der SSV Vingst 05 sein Vereinsgelände. Johannes Mronz lieferte den Entwurf zum Umbau zum Hallenbad und Freibad. Dieses wurde im Jahr 1975 eröffnet und später fand eine Renovierung statt. 2007 fand die Wiedereröffnung statt und die Umbenennung in Höhenbergbad. Es ist eine Wasserrutschbahn vorhanden und Sprungbretter sind auch vorhanden.

Im Jahre 1920 wurde die Merheimer Heide mit ihrem Naherholungsgebiet fertiggestellt. Die Heide hat viel Wald und zahlreiche Wiesen. Der Sportpark liegt im Westen des Heideparks. Hier liegt auch das Flughafenstadion, welches 12.000 Leuten Platz bietet. Schrebergärten mit kleinen Siedlungen sind hier auch vorhanden.

St. Elisabeth Kirche

Die Kirche St. Elistabeth ist dreischiffig und aus Backsteinen gefertigt. Es ist eine Hallenkirche und ihre Errichtung war von 1908 bis 1910. Sie wurde der Hlg. Elisabeth von Thüringen geweiht. Der Baustil des Gotteshauses ist romanisch und spätgotisch. Innen sind Verglasungen mit verschiedenen Themen vorhanden. Heiligenfiguren zieren ebenfalls die Innenausstattung der Kirche. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche wieder aufgebaut. Sie hatte schwere Schäden erlitten und Dominikus Böhm lieferte die Pläne für den Wiederaufbau. Von 1956 bis 1957 wurde die Kirche renoviert und saniert. Gottfried Böhm, sein Sohn, erweiterte die Kirche später. Es sind einige Altarleuchter in der Kirche vorhanden, die ein Werk Hanns Rheindorfers sind. Auch der Altar sowie der Tabernakel stammen aus seiner Fertigung. Das Standkreuz ist sechs Meter hoch und wurde auch von ihm 1956 errichtet.

Das Gotteshaus besitzt ein Taufbecken aus edlem Marmor. Die Kreuzwegstationen sind aus Emaille gefertigt. Auch ein schöner Osterleuchter ist vorhanden. Wer zu Weihnachten oder zu Ostern Höhenberg besucht, kann die Hlg. Mette besuchen. Eine neue Orgel wurde 1968 angeschafft. In den Jahren 1982 bis 1988 wurden die Verglasungen ausgetauscht. Stattdessen kamen Scheiben als Fenster hinein. Hans Rolf Maria Koller bemalte die neuen Fenster mit schönen Motiven.