Lindweiler freut sich auf kurzen Besuch

Lindweiler liegt linksrheinisch und besitzt nur eine Fläche von 1,157 km2. Die Einwohnerzahl ist mit etwa 3460 relativ klein. Lindweiler hatte seine Eingemeindung im Jahre 1888. Seine Postleitzahl lautet 50767 und Lindweiler ist dem Stadtbezirk Chorweiler zugehörig. Hier verkehren die Buslinien 121, 125 sowie 127.

Köln Lindweiler

Wo liegt der Stadtteil?

Die Eisenbahnlinie Köln-Neuss-Krefeld bildet im Osten die Grenze. Die südliche Grenze wird mit der Autobahn 1 sowie dem Autobahnkreuz Köln-Nord gebildet. Desweiteren begrent die A 57 Lindweiler im Westen. Im Norden liegt der Autobahnzubringer, wo man die A 57 erreicht.

Geschichtliche Fakten

Die erste Erwähnung in einer Urkunde hatte Lindweiler 1276. Darin wird vom Lindweiler Hof gesprochen. Heute existiert von dem Hof noch ein Fachwerkbau sowie ein Gebäude aus Backstein. Lindweilers Historie ist ohne den Lindweiler Hof nicht vollständig, denn der Stadtteil geht auf diesen zurück. Dieser Hof ist über die Erbvogterei nachweisbar. Der Bischof von Aachen hatte den Hof als Lehen. In einer Urkunde steht, dass es um die Kommunalentwicklung sowie Verwaltung von Köln bis 1396 geht. In einer Schriftquelle namens "In dem Weißturm A" wird von einem Dorf namens Lindweiler gesprochen und die Urkunde ist aus dem Jahr 1276. Darin steht auch, dass Longerich vorherrschend war und man liest auch etwas von den Stadtteilen Heimersdorf, Weidenpesch, Nippes, Niehl sowie Riehl. Es existiert eine Steuerlist, die aus dem Jahre 1559 stammt. Hierin wird der "Lindweiler Hof" angeführt. Von 1662 gibt es eine Schriftquelle, wo man über Landvermessungen liest. Ein Junker Quadt sowie ein Quadt zu Buschfeld kommen darin vor. Die Eingemeindung fand am 1. April 1888 statt und fand mit der Longericher Bürgermeisterei statt. 1945 wurden in Lindweiler dürftige Unterkünfte errichtet. Von diesen schlichten Notbauten existiert heute natürlich nichts mehr. Der Stadtteil ist flächenmäßig 1,16 km2 groß und eine Erweiterung ist ausgeschlossen. Es gibt den Bildband "Die Kunstdenkmäler der Stadt Köln" aus dem Jahr 1663. Darin bekommt Quadt zu Buschfeld den Hof.

1845 findet man einen Bericht in den "Historischen Stätten" aus Nordrhein-Westfalen. Darin ist vermerkt, dass in Lindweiler 17 Bewohner leben. Der Lindweiler Hof zählt zur Bürgermeisterei Longerich. Im Jahre 1925 kauft Köln den Hof vom Pächter Heinrich Diepes ab. In den Jahren 1959 bis 1981 wurde der Hof erweitert und in dieser Zeit bewohnt Frau Pick den Nordtrakt. Ulrich Both, ein Schlossermeister, kauft den Hof dann 1981. Damals wurde die Auflage niedergeschrieben, dass dieser den Hof außen im Originalzustand belassen muss. Damals hatte der Hof eine Renovierung dringend nötig.

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Erster und Zweiter Weltkrieg - für Geschichtsinteressierte

Bevor der Erste Weltkrieg ausbrach, befand sich in Lindweiler ein Munitionsdepot. Lindweiler war damals ein Teil von Longerich. Um das Jahr 1930 bekamen 70 Familien aus Köln Pachtgrundstücke. Sozial schwache Kölner bezahlten dafür Pacht. Die Dauer betrug in etwa 30 Jahre und die Pächter zählten meist zur Unterschicht von Köln. Auf den Grundstücken war es möglich, sich selbst zu versorgen. In den 1930ern herrschte eine hohe Arbeistlosigkeit in Deutschland durch die Weltwirtschaftskrise. Auf den Grundstücken wurden Holzhäuser gebaut. Die Besitzer lieferten das Baumaterial mit einem Holzhandwagen vom Butzweiler Hof Flughafen bis zu den Grundstücken. Es wurden die Holzhäuser in Eigenregie errichtet. In späterer Zeit wurden aus den Holzhäusern mit Mauerwerksteinen An- sowie Umbauten gestaltet. Die Lindweiler waren eher arm, Arbeit gab es nicht. Dennoch herrschte unter den Lindweilern Zufriedenheit. Durch ihre Gärten konnten sie sich selbst versorgen. Es wurde Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst angebaut. Auch eine Kleintierzucht hatten die meisten Einwohner Lindweilers. Der Zusammenhalt der Lindweiler hier war damals sehr groß. Eine Wasserversorgung oder Strom war hier aber nicht vorhanden.

Damals waren der Pescher Weg sowie der Marienberger Weg Sandwege. Auch Straßenlaternen gab es keine und Häuser waren zu der Zeit dort noch nicht gebaut. Die Pingenweger Bahnunterführung war auch noch nicht errichtet und es gab nur eine Bahnschranke.

In späterer Zeit erwarben manche Pächter dann weiteres Pachtland. Es wurde Getreide oder Kartoffeln angebaut. Aus Esch wurde eine Lohndreschmaschine angeliehen. Transportmittel zu der Zeit waren ein Fahrad, wenn man es sich leisten konnte oder ein Holzhandwagen. Auch die Kohle wurde mit dem Holzhandwagen transportiert, um es zuhause warm zu haben. Der Stadtteil Longerich war zu jener Zeit viel wohlhabender. Dort lebten reichere Bauern, die viel Land besaßen.

Am Pingenweg war der alte Bahnhof gelegen. Das Gebäude hatte Signalanlagen sowie uralte Bäume. Dieser alte Baumbestand kann heute noch begutachtet werden. 1934 folgte der Abriss des Longericher Bahnhofs. Auch die Unterführung sowie die Militärringstraße wurden abgerissen. Die Eisenbahntrasse wurde nach Bocklemünd verlagert.

Ältere Mitbürger aus Lindweiler erinnern sich noch an die damalige Zeit. Die Einwohner wurden damals auch Farmer genannt. In den 1930ern bestand noch keine Schule hier. So mussten die Kinder täglich zu Fuß nach Longerich gehen. Es gab auch keinen Arzt, keine Kirche und keine Geschäfte.

Die Farmer Lindweilers betrieben neben dem Gartenbau und der Kleintierhaltung auch etwas Ackerbau. Eier, Hähnchen, Gemüse, Obst sowie auch Blumen wurden in der Stadt verkauft. Dort hatten die Lindweiler feste Stammkunden, die ihre Waren abnahmen. Auch kauften manche Kölner beizeiten direkt vor Ort den Lindweilern Obst, Gemüse, Eier oder Pflanzen ab. So zählte auch das Gefängnis "Klingelpütz" damals zu ihren Abnehmern. Da kein Trinkwasser vorhanden war, mussten die Lindweiler bis 1945 mit einer Handpumpe Wasser aus eigenen Brunnen schöpfen.

In Lindweiler gibt es einige nette Schrebergärten sowie Kleingärten, welche die Besitzer liebevoll pflegen. Daher ist Lindweiler auch ein eher grüner Stadtteil, was man bei einer kurzen Rast im Stadtteil sehen kann.

Die Infrastruktur des Stadtteils

In Lindweiler gibt es keine Baugrundstücke oder sonstige freie Bauflächen. Der Marienberger Hof bildet den Ortskern von Lindweiler. Hier befindet sich ein Bächer und es gibt auch ein Lebensmittelgeschäft. Daneben findet sich eine Bar, ein Friseur und ein Kioskladen.

Tip

Das "Haus Lindweiler" ist ein Restaurant, welches eine Bundeskegelbahn besitzt. Hier können Besucher in Ruhe Mittag- oder Abendessen. Am Pescher Weg sowie in der Soldiner Straße gibt es einige Gewerbebetriebe. Lindweiler hat auch einen praktischen Artz sowie eine Zahnarzt.

Die Einwohnerentwicklung

1990 gab es 4.043 Einwohner hier und 1995 waren es 3.945. Im Jahre 2009 lebten nur noch 3.487 Einwohner in Lindweiler. Da sich Bürger sorgen, wurde ein Konzept entwickelt. Die Bewohner von Lindweiler sollen an Lebensqualität dazu gewinnen.