Wir stellen vor: Mülheim

Mülheim nennen die Kölner in ihrem Dialekt "Müllem", hat eine Fläche von 7,067 km². Der Stadtteil wurde am 1. April 1914 ein Bestandteil von Köln. Die Postleitzahlen lauten 51063 sowie 51065 und Müllem ist dem Stadtbezirk 9 zugehörig. Mülheim hat ungefähr 41.814 Bürger, die im Stadtteil leben, wie der Stand von 2012 belegt. Es ist auch der Stadtteil mit der höchsten Bevölkerungszahl.

Die Lage

Höhenhaus sowie Buchheim sind die Grenzen zu Mülheim im Osten. Buchforst sowie Deutz bilden die Grenzen im Süden. Und im Norden bildet Stammheim die Grenze zum Stadtteil. Die westliche Grenze zu Mülheim wird vom Rhein gebildet.

Fakten zur Geschichte

Der Stadtteil bekam seinen Namen von den Mühlen, die einst hier standen. Sie befanden sich am Stunderbach und die historischen Anfänge reichen bis zum 9. Jahrhundert zurück. Was die Politik betrifft, so gehört Mülheim zum Herzogtum Berg und zwar bereits seit Mittelalterzeiten. Erstmals wurde es als "Mulenheym" in einer Urkunde erwähnt und zwar 1098. Danach kam der Stadtteil als "Mulinheim" sowie als "Molenheym" in Urkunden vor: im 11. sowie im 14. Jahrhundert.

Fakten zur Eingemeindung von Mülheim nach Köln

Im 19. Jahrhundert wuchs die Stadt Köln sehr rasch an. So musste neuer Raum geschaffen werden. Daher wurden Nachbarortschaften aufgerufen, sich eingemeinden zu lassen. Die Verhandlungen mit Mülheim waren jedoch nicht erfolgreich bei diesem Thema. Der Stadtrat von Köln wollte daher den Druck auf Mülheim erhöhen. Mülheim wurde darauf quasi von Orten eingekesselt, sie sich bereits eingemeinden ließen. Diese Stadteile waren zuvor selbständig und waren nun zu Köln zugehörig. Auch die Kontakte zum Bürgermeister von Merheim wurden verstärkt. Am Beginn hofften die Mülheimer, dass es auch in Merheim Widerstand deswegen gab. Daraus wurde aber nichts, denn die Kontakte zu Merheim verstärkten sich. Und so fand die Eingemeindung von Merheim nach Köln am 29. Oktober 1912 statt. Köln stellte dafür ein Lockmittel auf und machte den Merheimern ein Angebot. Man wollte den Merheimer Bürgern Steuergleichheit zu der Stadt Köln garantieren. Dazu kamen auch Privatvereinbarungen. Bensberg hieß damals der Bürgermeister von Merheim und diesem wurden 10.000 Mark im Jahr garantiert. Dieses Angebot galt auf Lebenszeit und war ein privates Lockmittel. Somit war Mülheim eingekreist und neben Merheim waren Deutz und Kalk bereits eingemeindet und unmittelbare Nachbarn von Mülheim. Auch von der Preußischen Staatsregierung kam Druck, dem sich der Oberbürgermeister von Mülheim ausgesetzt sah. Es gab eine Empfehlung, sich nicht vor der Eingemeindung nach Köln zu drücken. Im Jahr 1913 gab es dazu eine Vermittlerrolle des Regierungspräsidenten. In der Politik Mülheims kam es daraufhin zu einem Stimmungsumschwung. Man konnte die Entwicklung ohnehin nicht aufhalten. Am 27. März 1913 stimmten die Stadtverordnungsversammlungen zu, sich eingemeinden zu lassen. In Verhandlungen wurde die Steuergleichheit ausgemacht und auch eine Hängebrücke sollte errichtet werden. Diese sollte die alte Schiffsbrücke ablösen. Weiters wurde auch ausverhandelt, dass es eine örtliche Verwaltungsstelle geben sollte. Das Königliche Amtsgericht sollte beibehalten werden und auch das Gewerbegericht. Die Mülheimer Gottestracht sowie der Ausbau des Werfthafens waren weitere Punkte. Aber die Bürger von Mülheim protestierten dennoch. Ein Komitee zur Abwehr der Eingemeindung brachte 4000 Unterschriften zusammen. Eine Petition wurde dem Berliner Reichstag übergeben. Somit war Berlin ein Entscheidungsträger in dieser Sache und nicht Köln. Dort wurde am 10. Juni des Jahres 1914 die Eingemeindung bestimmt. Dies war genau 18 Tage vor Sarajewo und dem Attentat, welches in Folge dann den Ersten Weltkrieg auslöste. Danach gab es keinen Widerstand mehr in Mülheim.

Hafen

In Mülheim gibt es einen Sicherheitshafen, der in den Jahren 1892 bis 1898 gebaut wurde und zwar auf Stromkilometer 691.

Mühlen, die sich an der Strunde befinden

Bis zum Jahr 1910 gab es in Mülheim die Strunde. Es war ein kleiner Fluss, der sich hier befand. Auch waren damals mehrere Mühlen an dessen Ufern gelegen. Diese waren:

  1. Markermühle (sie stand bis zum Jahr 1912)
  2. Lohmühle
  3. Dominikusmühle (sie war bis zum Jahr 1910 ein Bestandteil)

Einige Bauten

Es gibt das das Zwischenwerk XIb steht an der Cottbuser Straße; im Westen der Autobahn, im Süden von der Berliner Straße; es entstand in den Jahren von 1877 bis 1879 und wurde 1922 teilweise abgetragen; im Jahr 1923 gab es einen Umgestaltungsplan - Fritz Encke kreierte diesen als Erholungsanlage; seit dem Jahr 1969 gab es hier Vereinsräume vom Musikzug Holweide; in heutiger Zeit liegen hier die Vereinsräume des Fanfarencorps Holweide der Jugend.

Das Pohlsche Haus

Es steht gleich bei der Clemenskirche und wurde fantastisch saniert. Das Haus bekam seinen Namen nach dem einstigen Bürgermeister, Peter Pohl. Dieser wohnte in den Jahren 1916 bis 1933 hier. Das Haus wurde 1773 errichtet und sein Baumeister war Franz Josef Bertoldi. Dessen Grundstück lag an der Rückseite dieses Hauses. An der Mülheimer Freiheit war sein Zollhof. Im Haus lag der Rheinsall und hier wurden von der Bertoldi-Familie Feste gefeiert. Im Jahr 1784 gab es einen Eisgang und das Haus wurde schwer beschädigt. Die zwei oberen Stockwerke wurden stark beschädigt, aber wieder neu aufgebaut. Im Zweiten Weltkrieg blieben bloss drei Aussenmauern stehen. Das Haus wurde 1965 wieder hergestellt. Verzierungen des Hauses der Mülheimer Freiheit 111 wurden dabei mitverbaut. Im Jahr 1992 gab es eine neuerliche Sanierung.

Das Haus Krahnenburg

Es steht in der Krahnenstraße 8 und wurde 1758 gebaut. Das Haus ist ein Barockbau, welches neun Achsen und zwei Geschosse hat. Auch ein Mansardendach besitzt das Haus. Des Weiteren ist das Haus ein Dreiflügelbau und hat zwei Keller, der auch als Krahnenburgkeller bekannt ist. Die Fassade ist aus Stuck und wurde renoviert.

Das Bertoldi-Haus

Das Haus steht in der Buchheimer Straße 29 und war einst der Bärenhof. Heute steht hier die Hirsch-Apotheke und das Haus wurde 1780 errichtet. Es besticht mit einer Louis XVI.-Fassade, die fünfachsig ist und besitzt ein Mansardendach. Napoleon wure hier einst vom Bürgermeister Bertoldi gelabt. Im Krieg wure es schwer beschädigt, aber 1963 wieder neu aufgebaut.

Der Stadtbrunnen in Mülheim

Dieser befindet sich am Knickpunkt der Mülheimer Freiheit-Straße. Der Brunnen heißt "Mülheimia" und Wilhelm Albermann kreierte diesen im Jahr 1884. Darauf ist die Stadtgöttin zu sehen und seine Konstruktion ähnelt Säulen. Auch sind darauf drei Knaben zu sehen, die mittelalterlich aussehen. Die Knaben symbolisieren die Industrie, den Ackerbau sowie den Handel. Einst war Mülheim nämlich eine gut situierte Industriestadt.

Andere Sehenswürdigkeiten in Mülheim

Im Krieg kam es zu vielen Zerstörungen und so ist von den barocken Bauten nur wenig vorhanden. Die Mülheimer Freiheit war einst die Hauptstraße. Als die Rheinbrücke erbaut wurde, wurde deren Verlauf massiv gestört. Mülheim befand sich damals zum Großteil zwischen der Mülheimer Freiheit sowie der Wallstraße, wo sie heute liegt. Davon ist heute nicht mehr viel zu sehen, bis auf kleine Teile. Die Häuser der Mülheimer Freiheit Nr. 31 sowie 33 sind heute noch erhalten, was das Barock angeht. Jedoch sind die Originalfassaden nicht mehr erhalten. Auch die Häuser in der Mülheimer Freiheit Nr. 102 sowie 119 sind erhalten. Auch das Haus Krahnenburg ist erhalten geblieben.

Die Grundstruktur aus dem Barock sind zumindest in der Mülheimer Freiheit 69, 71, 113 sowie 121 noch erhalten. Auch das Haus der Mülheimer Freiheit 2 bis 4 ist noch sehenswert. Dieses ist denkmalgeschützt und stammt aus dem Jahr 1907. Das Giebelfenster ist reichdekoriert und hat markante Züge. Josta Stapper, ein fotorealistischer Maler, bewohnte das Haus bis zum Jahr 1979. Es bestehen Villen, die aus der Gründerzeit stammen. Diese gehörten reichen Bürgern aus Mülheim und sie liegen in der Adamstraße, in der Regentenstraße sowie in der Keup- sowie Münsterer Straße.

Das Wohnhaus „Zum goldenen Berg“ ist in der Mülheimer Freiheit Nr. 40 zu finden: Napoleon frühstückte in diesem Haus mit dem Besitzer zur damaligen Zeit - der Seidenfabrikant Karl Christian Andreae.

Sehenswerte Brunnen sind:

  • der Genoveva-Brunnen
  • der Märchen-Brunnen
  • der Schifffahrt-Brunnen