Niehl wird vorgestellt

Niehl ist linksrheinisch gelegen und befindet sich im Norden von Köln. Es hat eine Fläche von 12,07 km2 und in etwa 19.935 Einwohner, vom Stand Ende Dezember 2015. Seine Eingemeindung fand am 1. April 1888 statt und es zählt zum Stadtbezirk 5, Nippes. Hier verkehren die Stadtbahnlinien 12 sowie 16 und die Buslinien 140 und 147.

Köln Niehl

Lage von Niehl

Die östliche Grenze wird vom Rhein gebildet und im Süden grenzt Niehl an Riehl. Da die beiden Stadtteile nur ein Initianle voneinander unterscheiden, bitte nicht verwechseln! Auch Nippes grenzt im Süden an Niehl und Longerich sowie Weidenpesch machen die westlichen Grenzen aus. Merkenisch sowie Fühlingen bilden die Grenzen im Norden.

Geschichtliche Fakten

Der historische Kern von Niehl befindet sich dort, wo in der Römerzeit eine Straße bestand. Sie führte von der Stadt Köln nach Neuss und heute liegt hier die Niehler Straße. Seine erste urkundliche Erwähnung erlangte der Stadtteil im Jahre 927. Die Pfarrhoheit hatte seit dem frühen Mittelalter, dem 11. Jahrhundert, das Kunibertstift. Niehl lebte einst von der Landwirtschaft sowie der Fischerei. Damals verwaltete die Grafschaft oder das Amt Hülchrath, welches im Kurfürstentum Köln lag, den Ort. Im Jahre 1794 wurde der Ort von revolutionären französischen Truppen besetzt. Niehl wurde sodann der Mairie Longerich des Kantons Weiden einverleibt. Diese lag im Arrondissement Cologne des Departements de la Roer, administrativ gesehen. Im Jahre 1815 war der Ort wieder von der Franzosenbesetzung befreit und wurde nach Preußen eingegliedert. Niehl wurde daraufhin der Bürgermeisterei Longerich, der dem Landkreis Köln unterstellt war, einverleibt. Seine Eingemeindung fand feierlich am 1. April 1888 statt. Der Ort war trotzdem noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts ein Fischerdorf. Im Norden des Dorfes erfolgte erst danach eine Bebauung mit Großbetrieben. Am 28. Oktober des Jahres 1929 wurden in Niehl ein Lager der Ford-Werke gegründet. Das Ersatzteillager dient der Zulieferung für den Autohersteller und es gibt einen Industriepark. Durch die Industrialisierung im Norden von Niehl entstanden im Zuge dessen viele Wohnbauten, die im Süden sowie im Westen von Niehl entstanden. Niehl wuchs im Laufe der Zeit dann mit den Nachbarorten Nippes, Riehl sowie Weidenpesch regelrecht zusammen.

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Wirtschaft sowie Infrastruktur

Die Industrie: Die Produktion sowie auch seinen Hauptsitz in Deutschland haben die Ford-Werke hier in Niehl. Mit dem Jahr 1998 wurde hier die Ford of Europe gegründet. Daneben liegt auch der größte Rheinhafen Kölns in Niehl. Auch die Petrochemie und das Heizkraftwerkt Niehl, welches mit Erdgas betrieben wird, liegen hier. Desweiteren ist eine Müllverbrennungsanlage hier beheimatet sowie der M. DuMont Schauberg Verlag. Die Großdruckerei Bauer hat sich auch hier angesiedelt. Niehl gilt als der bedeutendste Geberbe- sowie Industriepark von Köln.

Markt in Niehl: Der Markt in Niehl ist schön anzusehen und findet immer donnerstags statt. Er wird an der Waldfriedstraße abgehalten, auf einem Parkplatz.

Verkehrstechnisches

Den Hafen sowie den Industriepark verbindet die "Häfen und Güterverkehr Köln" mit der Eisenbahn.

Es gibt eine Anbindung mit dem Stadtbahnnetz von Köln von gleich zwei Seiten aus:

  • die Linie 16 fährt im Süden in der Amsterdamer Straße
  • die Linie 13 fährt mit der Gürtel-Hochbahn nördlich

Im Norden verkehrt die Strecke Weidenpesch bis Merkenich und fährt neben den Fordwerken vorbei: die Linie 12. Es ist schon länger eine Verlängerung vonnöten, die Planung scheitert aber an den Finanznöten Kölns. Es gibt eine Zubringerstraße mit sechs Spuren, welche die Anschlussstelle zur A 1 mit "100 Köln-Niehl" anbindet. Es gibt auch Ausfallstraßen mit vier Spuren, die in die City Kölns führen, wie zum Beispiel die Amsterdamer sowie die Boltensternstraße. Im Süden kann man über die Mülheimer Brücke ans rechte Rheinufer fahren.

Religion in Niehl

St. Katharina ist eine katholische Kirche und liegt an der Sebastianstraße. Die Alt St. Katharina Kirche wird auch das "Niehler Dömchen" genannt. Sie liegt an der Ecke Niehler Damm sowie Sebastianstraße. Die zweite katholische Kirche ist St. Clemens und befindet sich in der Friedrich-Karl-Straße. Die beiden Kirchen werden dem Seelsorgegebiet Weidenpesch / Niehl / Mauenheim zugerechnet. Dieses liegt im Dekanat Nippes und das einstige St. Christophorus Gotteshaus ist an die Armensiche Kirche vermietet. Der Bischof Karekin Bekdjian wohnt in der Pfarre. Die Petrikirche ist evangelisch und liegt in der Schlenderhaner Straße.

Es wurde ein Gebäude umgebaut, welches in der Eichhornstraße steht. Seit dem Jahr 1985 befindet sich hier ein Gemeindezentrum für Muslime.

Schulbildung

Gemeinschaftsgrundschulen sind in der Halfengasse sowie der Nesselrodestraße liegend. Das Erich-Kästner-Gymasium ist wird auch Gymnasium Niehl genannt und befindet sich in der Castroper Straße.

Zukunftstechnologie für den Wohnungsbau

Bis zum Jahr 2009 entstand in Niehl eine Neubauwohnsiedlung. Sie befindet sich 50 m vom Kreuzungspunkt Amsterdamer Straße sowie Friedrich-Karl-Straße weit weg. Die neue Siedlung befindet sich auf dem einstigen Areal der Siemens-Werke. Sie umfasst 383 Wohneinheiten mit Einfamilienhäusern, Miet- sowie Eigentumswohnungen. Hier können in etwa 1000 Menschen wohnen und die Häuser werden mit Erdwärme gespeist. Damals war es das größte Projekt im Erdwärme-Wohnbaubereich. Das einstige Industriegebiet wurde mit Löchern angebohrt, teilweise bis 100 Meter tief. Hiervon werden Wärmepumpen gespeist und bei der Königsberger Straße befindet sich die Fordsieldung. Diese ist stark renovierungsbedürftig und die Amsterdamer Straße sowie die Nesselrodestraße begrenzen die Königsberger Straße. Die Fordsiedlung besteht aus Häuserzeilen mit drei Stockwerken und wurde in den 1950ern errichtet. Arbeiter, die in den Ford-Werken beschäftigt waren, wurden hier angesiedelt. Die Fordsiedlung ist heute Eigentum der Landesentwicklungsgesellschaft von Nordrhein-Westfalen. Sie wird umfassend renoviert und in Zukfunft werden in der Siedlung Solarzellen glänzen und eine Solarsiedlung entsteht.

Karneval sowie Brauchtum

Der Karneval in Köln gilt als "Fünfte Jahreszeit" und ist sehr berühmt. Natürlich feiern auch die Niehler ihren Karneval und im Stadtteil werden die Tollitäten abgehalten. In Alt-Niehl findet ein Straßenkarneval statt und es wird auch ein Sonntagszug abgehalten. Die Organisation hat die "Interessengemeinschaft Niehler Karneval e. V." über. Der Verein kümmert sich auch um andere Anliegen außerhalb der "Narrenzeit" mit gesellschaftlichem Aspekt.

Sehenswertes in Niehl

Im Jahre 1260 wurde bereits die Alt St. Katharina Kirche feierlich eingeweiht. Die alte Kirche ist sehr sehenswert und versprüht einen besonderen Charme aus alten Zeiten. Ihr Westturm ist romanischen Stils und dieser existierte vermutlich schon im 12. Jahrhundert. Die Kirche ist das älteste Bauwerk im Niehler Stadtteil. Diese Kirche wird auch im Volksmund andächtig "Niehler Dömchen" gerufen. Die Betreuung der alten Kirche übernimmt der Förderverein Romanische Kirchen Köln. Im Jahre 1236 wurde sie als "Capella" erstmals urkundlich erwähnt. Die Kirche musste ans Stift St. Kunibert Abgaben entrichten. Das Gotteshaus war einst dreischiffig und es handelt sich um eine Basilika. Es fanden im Laufe der Zeit mehrere Umbauten statt. Im 13. Jahrhundert wurde das Seitenschiff im Süden abgetragen. Dafür wurde ein großes Mittelschiff mit integriertem Chor angebaut, welches gotischen Stils ist. Im 14. Jahrhundert wurde dieses eingewölbt und 1894 hat mat das Seitenschiff im Norden neu gebaut. Der Neubau des Seitenschiffes erfolgte auf alten Fundamentsteinen. Das Gotteshaus liegt hochwassergefährdet, daher wurde im Jahrr 1747 ein Eisgangbrecher mitsamt einer Mauer gebaut. Dies wurde wegen der Überschwemmungsgefahr zwingend notwendig. Darauf steht die Statue vom Hlg. Johann von Nepomuk. Die Jahreszahl der Erbauung wurde eingetragen und der Heilige wird als Schutz angesehen. Es werden noch heute Messen abgehalten und in dieser Zeit kann die alte Kirche bewundert werden. Außerhalb der Gottesdienste kann die Kirche nur gegen Vereinbarung besichtigt werden.

Die St. Katharina Kirche wurde zwischen 1892 und 1894 gebaut. Sie ist neuromanischen Stils und die Gemeinde wuchs derart schnell, dass ein Neubau vonnöten war. Ihr Architekt hieß Theodor Kremers und sie hat einen Westturm, ein Quer- und Langhaus sowie einen halbrunden Apsis. Aus dem alten Gotteshaus wurde der Taufstein in achteckiger Form mitgebracht. Dieser stammt aus dem 14. Jahrhundert und zur Zeit des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche stark zerstört. Im Jahr 1947 wurden Bausicherungen vorgenommen und Rudolf Schwarz lieferte Pläne für einen Wiederaufbau. Der Innenraum wurde damals neu konzipiert, denn die Vorstellungen wichen nun etwas ab. In Niehl stehen noch immer drei Schulhäuser aus alten Zeiten. Die Schulen stammen aus der Preußenzeit und sie liegen in der Halfengasse oder der Merkenicher Straße.