Poll heißt Sie für eine Besichtigung willkommen

Poll liegt im Südosten der City und ist rechtsrheinisch gelegen.

Lage von Poll

Im Norden grenzt Deutz an den Stadtteil und im Süden die A 4. Die A 559 bildet die Grenze im Osten und im Westen der Rhein.

Geschichtlich Interessantes

Funde lassen sich bis zur Jungsteinzeit nachweisen und es wurden Scherben mit Tiefstichverzierungen gefunden. Auch aus der Bronzezeit wurden Funde gesichert. Die Römer vertrieben die Germanen an einem Rheinstreifen und dieser wurde als Sicherheitszone betrachtet. Um das Jahr 310 erbauten die Römer das Kastell "Deutz". Danach begann wieder eine Neubesiedelung am rechten Rheinufer. 454 wurde Köln von den Franken gestürmt und auch Poll wurde eingenommen. Es gibt Grabfunde darüber und 1003 wurde Poll erstmals in einer Urkunde angeführt. Darin ist angegeben, dass Fischer Fischereigerechtsame in Pacht nahmen. Diese waren Nutzungsrechte für einen Gewässerabschnitt. Pachtgeber war das Kölner Erzstift und die Rechte reichten bis zur Kirche von Deutz. Die Fischereirechte gingen danach an das Stift St. Maria im Kapitol zu Köln. Auch die Abtei Deutz sowie der Amtmann von Deutz hatten Fischereirechte. Die Bürger von Poll durften mit dem Hehnetz Fische fangen. Viele Jahrhunderte lang versorgten die Poller die Kölner mit Fisch sowie Milch. Der Poller Maifisch war eine bekannte Köstlichkeit. Dabei handelt es sich um eine Heringsart. Dieser kommt in den Monaten April sowie Mai rheinaufwärts, um Eier abzulegen. Auch mit dem Salm konnten die Poller gute Fangergebnisse erzielen.

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Früher gab es die Milchmädchen von Poll, die bis zum Jahr 1880 die Kölner belieferten. Die Mädchen benutzten Nachen, um über den Rhein zu kommen. Später wurden auch Fuhrwerke oder Karren benutzt. Mauleseln oder Esel zogen diese Karren, aber auch Pferde oder Hunde.

Bedeutend für Köln

Poll hatte eine Bedeutsamkeit für Köln, denn viele Jahrhunderte wurde hier ein Rheindurchbruch befürchtet. Ab dem Jahr 1200 wurden daher Dämme angelegt, die jedoch öfter durch Überschwemmungen zerstört wurden. Ab dem Jahr 1400 verstärkte man diese Dämme. Es bestand wiederum eine Durchbruchsgefahr und somit nahm Köln das Ufer in Erbpacht. 1477 gab es eine riesige Überflutung und 1479 baute man die Dämme aus. Diese Pöller Köpfe trugen zur Absicherung Kölns als wichtige Hafenstadt bei.

Gewerbe in Poll

Im Jahre 1910 gab es den Grundstein zum Werkzeugmaschinenhersteller Schütte Werk. Das Alfred H. Schütte Werk stellt Schleifmaschinen sowie Mehrspindel-Drehautomaten her. Der Standort liegt in Köln und die Firma hat 450 bis 500 Mitarbeiter. Östlich von Poll wurde ein Gewerbegebiet angelegt. 1919 kam es zu Ansiedelungen einer Waggonfabrik namens Rheinwerk G.m.b.H. Diese Fabrik war ein Werk für Eisenbahnbedarf. Im Jahre 1926 kam es zur Übernahme von Citroen. Am 8. Januar 1927 wurde die Citroen Automobil AG im Handelsregister Kölns vermerkt. Seit damals wurden dann Autos hergestellt und montiert. In der Zeit des Nationalsozialismus kam es zu einer Zeit von Handelsbeschränkungen und des Niedergangs. Im Jahre 1936 gab es nur ein Werk zur Reperatur, welches 1939 beschlagnahmt wurde. 1944 kam es zur Zerstörung des Werkes und 1950 startete Citroen vorerst mit einer Verkausgesellschaft hier wieder durch.

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Der Handelshof, ein Großhandelsunternehmen, hat heute seinen Sitz in Poll und ein Auslieferungslager von VW ist auch hier beheimatet.

Im Zentrum

Das Ortszentrum bildet der Marktplatz mit der Siegburger Straße. Es ist die Stadtbahnhaltestelle namens "Salmstraße" und der Markt bietet einige Veranstaltungen. 1991 wurde der Marktplatz erweitert und erneuert. Das Poller Maifest ist sehr bekannt, auch außerhalb von Köln. Am 1. Mai wird hier jedes Jahr ein Fest organisiert. Auch ein Lichterfest gibt es in Poll, seit dem Jahr 2008.

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Kirchen im Stadtteil

Die katholische Kirche heißt St. Joseph und wurde zwischen 1862 sowie 1864 errichtet. Heinrich Nagelschmidt war ihr Erbauer und die Kirche ist eine Backsteinbasilika, dreischiffig. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie zerstört, aber danach wieder aufgebaut. Die Umfassungsmauern wurden dabei beibehalten und das Untergeschoss des westlichen Turms ebenfalls wieder aufgebaut. A. Hauk sowie M. Kratz waren hier die Bauherren. Seit dem Jahr 1891 wurde im Garten des Pfarrhauses ein altes Kreuz aus Trachyt plaziert. 1929 kam eine zweite Katholikengemeinde dazu. Diese heißt "Hl. Dreifaltigkeit" und eine weitere Kirche kam hinzu. Diese wurde aber im Zweiten Weltkrieg zerstört. 1950 begann man jedoch, die Kirche wieder zu errichten. Dabei verwendete man Reste des alten Gotteshauses, jedoch wurde der Grundriss nun quadratisch. Auch der Chor wurde daraufhin nach Süden verlagert. Heute gibt es eine Vereinigung zu "Pfarrgemeinde St. Joseph und Hl. Dreifaltigkeit". Für die Evangelischen ist eine Kapelle vorhanden.

Die Vereine

Im Stadtteil gibt es zahlreiche Vereine und 2011 wurde ein Netztwerk gegründet. Kinder sowie Jugendliche werden sehr gefördert.

  • Das Poller Maigeloog wirkt als Heimatverein. Dieser wurde schon 1656 in einer Kirchenchronik von Deutz erwähnt. Es gibt auch Rathausprotokolle, wo es Hinweise zu Maitraditionen gibt. Diese wurden als Meigreve oder Maigraf aufgeschrieben und stammen aus dem 13. Jahrhundert. Es gibt auch ein Projekt, um den Maifisch wieder anzusiedeln. Im Jahr 2008 gab es dafür den "European Regional Champions Award". Es handelt sich um das beste maritime Programm in Europa. 2012 wurde dem Maigeloog in Brüssel der Preis "Best of the Best" verliehen. Es ist ein Naturprojekt, das die Maifischtradition des Rheins belebt.
  • Der Turn-Club Köln-Poll 1904 e. V. ist der größte Club in Poll. Das Entstehungsjahr ist 1904 und hat mehr als 700 Mitglieder. Hier wird Jugendarbeit groß geschrieben. Die Rhönradgruppe ist sehr populär und Anne Bursche wurde Vize-Weltmeisterin. Es gibt auch eine Skatergruppe, die deutsche Meisterschaften absolviert.

Fischerfest

Das Poller Maispill ist eine Besonderheit, die heute noch existiert. Es stammt aus einer Mittelalter Tradition und in Poll spielte immer schon der Fischfang eine große Rolle. Es wurden und werden daher Maifische verkauft, die ab April angeboten werden. Diese Tradition endete allerdings im 19. Jahrhundert. Später lebte dieser Brauch wieder auf, seit dem Jahr 1993 durch das Poller Maigeloog. Es findet ein Demonstrationsfischen statt und auch ein Maibaumschlagen. Das Maifest findet am 1. Mai jeden Jahres statt. Dann gibt es einen Umzug, welcher Fischerspiel genannt wird. Das Fest findet am Marktplatz statt und der Maibaum wird aufgestellt. Ein Ersteigerer nimmt den Maibaum in Empfang. Das Demonstrationsfischen findet nur ab und zu statt und der erste Maifisch wird feierlich übergeben. Es handelt sich heute aber meist um einen im Handel gekauften Fisch. Das Fischerspiel ist ein wiederbelebter, alter Brauch und ein sehenswertes Fischerfest. Dies ist allerdings in Europa einzigartig und erinnert an die Maifischfangtradition. In dieser Art sieht man dies nur noch in Südfrankreich.

Die Poller Wiesen

In der Mundart bezeichnet man als "Poller Wiesen" das ganze Rheinufer. Das Areal reicht vom Molenkopf am Deutzer Hafen bis zur Rodenkirchener Brücke. Historisch wäre es jedoch richtig, den Bereich ab der Südbrücke rheinabwärts so zu bezeichnen. Poll wurde im Jahre 1888 eingemeindet. Es gibt auch einen Schützenplatz und es ist ein Naherholungsgebiet. Kinder lassen Drachen steigen oder es wird gegrillt.