Wir zeigen Euch: Raderberg

Ein kurzer Trip!

Raderberg

Lage von Raderberg

Dieser Stadtteil liegt weit entfernt von der Stadtmitte und ist südlich von Köln gelegen. Raderberg hat eine Fläche von 0,84 km2, somit ist der Stadtteil relativ klein. Die Einwohnerzahl liegt bei etwa 5929, vom Stand 2015. Seine Eingemeindung war am 1. April des Jahres 1888. Der Stadtteil zählt zum Stadtbezirk Rodenkirchen und seine Postleitzahl lautet 50968. Raderberg liegt vor den Toren aus dem Mittelalter in Köln. Bayenthal ist der Stadtteil im Osten, der an Raderberg grenzt. Seine südliche Grenze ist Raderthal sowie Marienburg und Zollstock bildet die westliche Grenze. Die Südstadt wiederum bildet die nördliche Grenze zu Raderberg. Hier im Norden sind auch der einstige Bahnhof Bonntor und die Kölner Südbrücke die Grenzen.

Geschichte zu Raderberg

Raderberg erhielt seinen Namen von einer Waldrodung, aber auch Marterberg ist als Namenspatron möglich. Marterberg war eine Hinrichtungsstätte in alter Zeit. Im Jahre 1225 wurde Graf Friedrich hier schwer bestraft. Der Graf wurde auf ein Rad gebunden und gefoltert. Graf Friedrich tötete seinen Kusin, den Erzbischof Engelbert von Köln. Im Jahr 1174 war die Gegend den Juden zur Verfügung gestellt worden. Sie mussten eine Jahresgebühr dafür zahlen und Konrad von Blankenheim erlaubte die Nutzung. Die Juden bauten hier einen Friedhof und es kamen Begriffe wie Judenbüchel oder "Am todten Juden" auf. Eines Nachts, vom 23. auf den 24. August des Jahres 1349 wurden alle Juden in Köln getötet. Dies geschah in der Bartholomäusnacht und wiederum an einem Bartholomäustag wies der Stadtrat an, die Juden zu vertreiben. Dies geschah im Jahr 1424 und die Juden wurden aus Köln verbannt. Aus politischer Sicht zählte Raderberg im Mittelalter zu Brühl. Das Amt Brühl lag im Kurfürstentum Köln und 1794 begannen Franzosen das Rheinland zu besetzen. Die Revolutionstruppen eroberten das Gebiet und die Mairie Rondorf wurde gegründet. Diese lag im Kanton Brühl, zu Arrondissement de Cologne gehörend. Im Jahr 1815 kam es zu Befreiungskriegen und somit wurde Raderberg der Bürgermeisterei Rondorf zugeordnet. Diese lag im Landkreis von Köln und im Jahr 1888 wurde der Staddteil Raderberg nach Köln eingemeindet. Zeitgleich mit Raderberg kamen auch die beiden Orte Mannsfeld sowie Arnoldshöhe dazu. Die zwei Orte entstanden erst im 19. Jahrhundert im Zuge der Industrialisierung. Diese beiden Orte verschmolzen zusammen mit Radersberg und bildeten dann in der Folge den heutigen Stadtteil.

Im Jahre 1923 erwarb die jüdische Gemeinde von Köln einen Friedhof. Besser gesagt kauften sie nur ein Stück des alten Friedhofes auf. Danach errichteten sie den jüdischen Friedhof wieder neu. 1936 wurde der alte Friedhof jedoch aufgelassen und der Judenbüchel wurde zwischen 1937 bis zum Jahr 1940 überdacht. Es entstand hier der Kölner Großmarkt und Theodor Teichen war der Architekt. Am Haupttor gibt es heute eine Gedenktafel, um an den einstigen jüdischen Friedhof zu erinnern und die Haupthalle steht unter Denkmalschutz. Im Jahr 1975 wurde Raderberg ein Teil des Stadtbezirks von Rodenkirchen. Im 19. Jahrhundert siedelten sich nur kleine Bauern hier an. Ab 1870 wurden in diesem Gebiet jedoch verschiedene Mittelbetriebe und Fabrikunternehmen gebaut. Die Bodenpreise in diesem Gebiet waren niedrig und die Anbindung nach Köln war zufriedenstellend. Es gab eine Pferdeeisenbahn und somit entstanden auf diesem Gebiet früh Arbeitersiedlungen. "Wilhelmsruh" war eine dieser Siedlungen und sie entstand im Jahre 1888. Auch das Unternehmen Stollwerck baute eine Siedlung für ihre Arbeiter. Diese Siedlung entstand etwa im Jahr 1902. Der Staat Eritrea hatte hier eine Botschaft in Raderberg. Die Botschaft existierte von 1995 bis zu Beginn des Jahres 2002. Es gibt einige größere Autohäuser, die sich am Raderberggürtel angesiedelt haben. Daneben sind hier auch viele Autoteile-Händler zu finden. Seit dem Jahr 2012 findet in Raderberg eine Umwandlung statt. Die einstigen Industrieansiedlungen wandeln sich schön langsam zu Wohngebieten um. DuPont sowie Löring waren einstige Industriegebiete hier und durch die Umwandlung in Wohngebiete steigen die Einwohnerzahlen. Der Großmarkt soll 2020 umziehen und dieser Umzug ist bereits in Planung. Dieser soll am Stadtrand von Köln angesiedelt werden und Köln-Marsdorf ist hier in Planung. Auch "Parkstadt Süd", ein weiteres Projekt bezüglich Großmarkt, ist geplant. Dort sollen weit mehr als tausend Wohneinheiten geplant werden. Ein weiteres Projekt hier wäre die Bundesgartenschau und deren Organisation hier.

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Verkehr

Der öffentlicher Nahverkehr: Die Straßenbahn-Linie 7 bestand bis zum Jahr 1913. Diese führte auch durch Raderberg und 1955 wurde die Strecke umgerüstet auf Gelenkbusse. Seit dem Jahr 2015 ist die Buslinie 133 auf E-Busse umgerüstet und dies ist weltweit einmalig zu nennen. Am Bahnhof Bonntor ist ein S-Bahn-Haltepunkt in Planung. Auch die Gürtel-Stadtbahn mit der Linie 13 soll erweitert werden.

Verkehr Raderbergs

Es gibt Verkehrsanbindungen zum Autobahnkreuz Köln-Süd. Die A 4 sowie die A 555 führen dorthin. Auch die Autobahn-Anschlussstelle Köln-Eifeltor ist angebunden. Der Stadtteil Raderthal ist benachbart und die B 51 führt direkt durch dieses Viertel. Die B 51 führt direkt nach Brühl und es existiert auch ein Anschluss zur Autobahn 553.

Religion in Raderberg

Folgende Kirchen finden sich im Ort:

  • die Pfarrkirche St. Mariä Empfängnis ist katholisch; sie liegt an der Brühler Straße und liegt im Zentrum Raderbergs
  • das Herz-Jesu-Kloster - hier sind Benediktinnerinnen vom Allerheiligsten Sakrament untergebracht

Öffentliche Einrichtungen im Stadtteil sowie Freizeitaktivitäten

Noch weitere Infos:

  • die Grundschule in der Annastraße
  • das Berufskolleg für Medienberufe
  • der Großmarkt Köln
  • der Kunstsalon Köln ist eine Kupferschmiede aus fernen Zeiten - heute werden hier Veranstaltungen sowie Kunstausstellungen organisiert
  • die alte Versteigerungshalle ist eine Veranstaltungshalle
  • der Vorgebirgspark

Die katholische Pfarrkirche St. Mariä Empfängnis

Die Kirche wurde in den Jahren 1906 bis 1907 von den Architekten Richard Odenthal sowie Carl Rüdell gebaut. Der Turm der Kirche wurden im Jahre 1929 nochmal ausgebaut. Die Hallenkirche wurde im Backstein-Stil errichtet und ist auch neugotisch. Im Zweiten Weltkrieg fand eine schwere Zerstörung statt. Die Kirche wurde sodann wieder errichtet und dafür gab es drei Bauphasen.

  • 1951 kam es zur ersten Phase, Hans Hansen leitete diese
  • 1961 gab es die zweite Bauphase
  • in den Jahren 1980 und 1981 fand die dritte Phase des Wiederaufbaus statt - diese wurde von Joachim Schürmann geleitet

Im Jahre 1982 wurde der Kirche der Denkmalschutz-Status erteilt. Theo Heiermann steuerte die Innenausstattung der Kirche zum Teil bei. Der Altar in der Kirche wurde von ihm kreiert und er besteht aus Mainsandstein, der rot ist. Im Jahre 1961 wurde der Altar gebaut und dieser ist von zwöf Aposteln umrahmt. Es gibt auch eine Tabernakelinsel, welches auch von Heiermann erstellt wurde. Es gibt seit dem Jahr 1982 eine Bibelwand, welche sich hinter dem Tabernakel befindet. Diese zeigt verschiedene Szenen aus dem Leben Marias. Im Jahre 1987 kamen dann 18 Heiligenabbildungen hinzu, mit Flügeln. Im geschlossenen Zustand sieht man Leiden Christis. Theo Heiermann hat auch eine Mondsichelmadonna entworfen, die aus den Jahren 1961 bis 1962 stammt. Eine Kreuzigungsgruppe besteht aus Zinn und wurde auch von Heiermann kreiert. Die Abdeckung für den Taufstein ist neugotisch und wurde 1984 entworfen. Jakob Berwanger entwarf im Jahre 1954 die Chorfenster. 1963 entwarf Franz Pauli Lang- sowie Querhausfenster und von der Firma Seifert stammt die Orgel. Diese kam im Jahr 1955 in die Kirche dazu.