Riehl

Riehl ist linksrheinisch in Köln gelegen.

Köln Riehl

Geografische Lage

Die Innere Kanalstraße bildet die südliche Grenze zu Riehl. Der Rhein ist die östliche Grenze und die nördliche wird von der KVB-Trasse gebildet. Die Amsterdamer Straße ist wiederum die wesltiche Grenze. Nippes sowie Neustadt-Nord sind Nachbarstadtteile, wobei letzterer im Süden liegt und Nippes westlich. Niehl bildet die nördliche Grenze zum Stadtteil. Riehl hat sehr viele Park- wie auch Grünanlagen.

Geschichtliches

Die Besiedlung bis zum 19. Jahrhundert: 972 - dies war das Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung von Riehl. Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts war Riehl von Landwirtschaft geprägt. 1244 wurde ein Fronhof angeführt, der das Zentrum eines Lehens in Riehl bildete. Dieses Lehen war auch der Sitz des Schilling von Rile Geschlechts, eine ritterliche Abstammung. Es kann sein, dass das Mariengarten-Kloster der Zisterzienserinnen im Kern aus Riehl hervorging. 1357 wurde vom Erzbischof Wilhelm von Gennep sowie dem Herzog Wilhelm II von Jülich vorgeschlagen, eine Silbermünze auf der Burg Riehl zu schlagen. Die Burg diente auch als Münzprägestätte und befand sich in Köln-Riehl. Sie stand an der "An der Münze"-Straße. Diese Burg ließ von 1463 bis 1464 zusammen 146.300 Münzen schlagen. Für die fürstbischöfliche Münze gab es mehr als 130 verschiedene Arten. 1464 gab es Hochwasser und die Burg wurde beschädigt. Die Ausmaße waren so stark, dass das Prägewesen eingestellt werden musste. Die "Kölner Stiftsfehde" zerstörte auch die restlichen Mauern mit Truppen aus Köln. Aus dem Ort Neuss rückten die Feinde an und man wollte ihnen keinen Vorortstützpunkt bieten.

Der Ort Riehl lag hochwassergefährdet und seine Entwicklung ging über die Jahrhunderte nur langsam voran. Es wurden mehrere Höfe gebaut und auch ein Siechenhaus war vorhanden, wo Leprakranke versorgt wurden. 1784 sowie 1788 kam es erneut zu Hochwasser mit vielen Schäden. Zwischen dem Jahr 1798 sowie 1814 gab es die französische Herrschaft. Riehl war damals Teil der Mairie de Longerich. 1814 kam es zur Schlacht bei Riehl und ein Garde-Jäger-Bataillon wollte die Franzosen vertreiben, was jedoch mißlang. Major Ferdinand Wilhelm Franz Bolstern von Boltenstern hatte die Führung über. Er wurde beim Rückzug tödlich verwundet. Die Franzosen verließen erst im Jahr 1815 Köln wieder und so fiel Riehl an Preußen. Der Stadtteil war dann bis zum Jahr 1886 ein Teil von Preußen. Die Eingemeindung nach Köln fand im Jahre 1888 statt.

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Goldene Ecke Kölns

Auf einer freien Fläche vor Köln entwickelte sich ab 1850 ein Vergnügungsviertel. Auf Karten wurde das Gebiet mit "die Goldene Ecke von Köln" ausgewiesen. Der Volksmund taufte die Gegend "de jolde Spetz" und über 50.000 Besucher zählte der Flecken an strahlenden Sonntagen. Es gab Tanzlokale, Gartenlokale und den altkölschen Festplatz. Dieser befand sich von 1845 bis zum Jahr 1929 hier. Ab 1860 wurde der Zoo gegründet und ab 1864 die Flora. Von 1865 bis zum Jahr 1919 gab es auch einige Sommertheater. Von 1869 bis 1943 gastierte das "Riehler Ballhaus". Eine Kuriosität war das Panoptikum, welches von 1887 bis zum Jahr 1935 bestand. Eine weitere Sensation war die Radrennbahn, die von 1889 bis zum Jahr 1955 dort lag. Auch war das Freibad namens "Rheinlust" dort bis 1986 beheimatet. Der Amerikanische Vergnügunspark oder Luna Park bestand von 1909 bis 1928. Den Botanischen Garten gibt es seit dem Jahr 1914.

Der Park hatte Militärvorgaben und die Anlagen mussten aus Holz errichtet werden. Heute gibt es keine Bauten mehr aus dieser Anfangszeit. Es wurde nur ein Ausflugslokal aus dem Jahr 1830 neu errichtet. Dieses war das erste Ausflugslokal hier und heißt "Wallter´s Fischerhaus". Im Jahr 1955 wurde dieses Lokal nochmals neu mit Steinen gebaut. Es hat heute einen neuen Namen und liegt unter einer Zoo-Brücke. 1928 kam es zum Abriss des "Luna-Parks", denn die Holzbauten waren nicht brandschutzsicher. Danach wurde das Areal in den inneren Grüngürtel miteingeschlossen. Einen Teil davon sieht man heute als Skulpturpark. 1971 wurde die Bundesgartenschau organisiert und man wollte an die alte Vergnügungspark-Tradition ankknüpfen. Dieser "Kölner Tivoli"-Versuch scheiterte aber, denn das Projekt wurde schon nach einigen Jahren aufgegeben. Zwischen der Mülheimer Brücke sowie dem Cranach-Wäldchen ist die Lage sehr teuer und deswegen nahm die Bevölkerung das Projekt nicht an. Außerdem ist das Gebiet dezentral gelegen und so wurde 1975 Konkurs angemeldet.

Der Kölner Zoo, der Botanische Garten sowie die Flora sind aber prägend für Riehl. 1864 kam es zur Bepflanzung der Gartenanlage Flora und Peter Joseph Lenne lieferte die Pläne dazu. Im Jahr 1920 kam es zur Verbindung vom Botanischen Garten sowie der Flora. Der Zoo besteht schon mehr als 150 Jahre und in dieser Zeit gab es immer wieder starke Erweiterungen. Heute hat die Fläche 20 ha und diese ist viermal so groß wie in der Gründungszeit. Im Zoo sowie in der Flora bestehen die ältesten Bauten des Stadtteils Riehl. Die Direktorvilla wurden in den Jahren 1859 bis 1860 gebaut und ihr Stil ist klassizistisch. Einen maurisch-indischen Stil hatte das einstige Elefantenhaus. Das Palmenhaus mutet einem Palast an und steht in der Flora. Es wurde vom Kristallpalast in London inspiriert und in den Jahren 2011 bis 2014 erfolte eine Grundsanierung.

Der Zoologische Garten

Im Kölner Zoo gibt es mehr als 9000 Tiere, die aus aller Welt stammen. Die Parklandschaft umfasst etwa 20 ha und erstreckt sich vom Südrand bis zum Ortszentrum Riehls. Der Zoo wurde im Jahr 1860 gegründet und seit damals zeichnet der jeweilige Zoodirektor verantwortlich für die Anlagengestaltung. So wurde der Zoo immer der jeweiligen Zeitepoche angepasst, was die Gestaltung betrifft. Die Gestaltung des Zoos ist vielfältiger Natur und glänzt mit verschiedenen Wasserläufen, Weihern, Tierhäusern oder Felsanlagen. Die Tierhäuser wuren im Stil einer maurischen Architektur gestaltet. Daneben sind zahlreiche Baumgruppen, gitterlose Gehege und auch Tierhäuser mit naturnaher Beschaffenheit zu sehen. So ist das 1985 gebaute Urwaldhaus zum Beispiel naturnah gebaut worden. Auch Katzenareale gibt es im Zoo zu bestaunen. Das Hippodrom kam im Jahr 2010 hinzu und ist eine afrikanische Flusslandschaft. Der Elefantenpark ist eine Besonderheit und umfasst ein Zehntel des gesamten Zooareals. Dieser wurde im Jahr 2004 geschaffen und erinnert mit seinen Felsen und echtem Sahara-Sand gefüllter Fläche an Afrika.

Der Botanischer Garten

Der Botanische Garten führt den Namen "Flora" und hat flächenmäßig in etwa 11,5 ha. Dieser Park wurde vor 150 Jahren bepflanzt und vor 100 Jahren gab es eine Erweiterung. Der Schaugarten zeigt eine Palette verschiedener Ziergarten seit dem Historismus. Das Blumenparterre ist eine Augenweide an prachtvollen Pflanzen. Er liegt zwischen dem Haupteingang, der sich am Lenneplatz befindet und dem Festhaus, welches fast einem Palast ähnelt. Das Alpinum ist ein Fluchtpunkt, der im Norden des Botanischen Gartens liegt. Es liegt auf einer Anhöhe und dahinter erstreckt sich ein schöner Seerosenteich. Dort rauscht noch ein künstlicher Wasserfall hernieder. Es kam über Jahrzehnte zur Bepflanzung mit einer Palmenallee, welche die einzigste in ganz Deutschland ist.

Weitere wunderschöne Ruhe- und Erholungsoasen sind:

  • der Kamelienwald
  • der Duftgarten
  • der Dahliengarten

Im Botanischen Garten findet man 10000 verschiedene Pflanzen aus unterschiedlichen Vegetationsgegenden. Zum Teil wurden dafür Schaugewächshäuser angelegt und im Garten ist ein Mammutbaum zu bewundern. Dieser sowie eine Libanon-Zeder wurden in den Anfängen des Gartens angepflanzt. Diese stellen eine Einzigartigkeit dar, denn die beiden zählen zu den wuchtigsten Gehölzen ihrer Form in ganz Deutschland.

Die Riehler Aue

Diese liegt am Ufer des Rheins und hat ihre Topographie durch die Veranstaltung der Bundesgartenschau von 1971 erhalten. Das Areal hat flächenmäßig circa 37 ha und hat im Süden eine schmale Form. Dort gibt es Platz für eine Allee-artigen Hochwasserdamm. Im Norden vom Colonia-Hochhaus geht es parkähnlich weiter und das Gebiet hat einige Baumgruppen zu bieten. Die Form hier wurde so angelegt, dass es eine charakteristische Rheinauenlandschaft widerspiegelt. Nach dem Krieg wurde das Gebiet bereits 1955 mit Trümmerschutt etwas erhöht. Die circa acht Meter an Erhöhung reichen aus, dass das Gebiet hochwassersicher ist. Die lockere Baumbepflanzung tut ihr Übriges, um hier gegen Hochwasser vorzusorgen. Von 1971 bis zum Jahr 1975 lag hier der Kölner Tivoli Park, der 1975 in Konkurs ging. Im Jahr 1983 kam es zum Bau einer Jugendherberge in Köln, "Jugendgästehaus" genannt. Die Herberge bietet Platz für 400 Gäste und liegt in der Riehler Aue. 1985 kam es zur Schließung des "Rheinlust" Freibades und heute befindet sich ein Biergarten dort.