Sülz wird vorgestellt: ein Trendviertel

Sülz wird dem Bezirk Lindenthal zugerechnet und liegt südwestlich in Köln.

Köln Sülz

Seine Grenzen bilden:

  • Zollstock sowie Klettenberg im Südosten
  • Hürth-Efferen im Südwesten
  • die Neustadt-Süd im Norden
  • Lindenthal im Nordwesten

Die Grenzen im Detail:

  • die Straßen, die sich im Westen der Luxemburger Straße befinden
  • ab dem Gottesweg, mit Straßen im Rechteck angeordnet (diese reichen bis zu der Bahnlinie sowie der Zülpicher Straße)

Geschichtliche Fakten

Es bestand einst ein Fronhof nammens "Sulpece", der 1145 in einer Urkunde erwähnt wird. Als "Villa Sultz" ist er hier angeführt und wurde 1181 dann zu "Sulpze". Desweiteren ist belegt, dass es einen "Hof Sülz" gab, wie schon 966 urkundlich aufgelistet. Er war im Besitz der Abtei St. Pantaleon, bis zur Säkularisation. Die Abtei war am wirtschaftlichen Aufschwung im Sülzer Areal beteiligt. 1198 wurde ein Weiherkloster gegründet und auch neun Rittergüter sowie Burgen wurden erschlossen. Es entstand sogar 1240 eine Burgengenossenschaft und der Klosterverd lag rund um den Hof. Der Fronhof war eine geschlossene Anlage und 1251 kam der Hof in Pacht. Abt Hermann II gab den Hof an Mathias zu Halfenbau in Pacht. Der Vertrag sollte neun Jahre dauern und der Pachter war für den Stallmist sowie die Felder verantwortlich. 1474 kam es zur Vernichtung des Hofes, als der Neusser Krieg tobte. Karl der Kühne sandte ein Heer und auch die St. Nikolaus Wallfahrtskapelle wurde zerstört. Die Stadtmauer wurde in einem Gebiet zerstört, da man dem Feind die Deckung nehmen wollte.

Im Jahr 1487 wurde der Hof zur "Villa Nova" wieder aufgebaut. Dieser Hof wurde in einer Urkunde 1378 erwähnt unter "Weißhaus". Zusammen mit dem Komarhof sowie dem Klettenberger Hof bildete er eine gemeinsame Wirtschaft. Der Fronhof wurde anfangs des 20. Jahrhunderts komplett abgetragen, aber eine Zufahrt zum Krieler Dömchen erinnert noch daran. Im Stadtteil Sülz befanden sich einst mehrere Kiesgruben. Diese gab es seit etwa 1850 und der Bauunternehmer Heinrich Wagner erwarb hier drei Morgen. Davor wurde das Gebiet rein landwirtschaftlich genutzt. Seit 1845 kam es dann zu einigen Gewerbebetrieben hier. Auch Fabriken siedelten sich an und sie lagen an der Ägidiusstraße. Durch diese Betriebe kam es zu einem vermehrten Zuzug von Personen. Neben Spinnereien waren hier auch Maschinenfabriken beheimatet. Es wurden neben Autos auch Tabakverarbeitungsmaschinen und Motorräder produziert. Zu den Erzeugnissen gehörten auch Buchdruckerschwärze, Goldleisten, Lampen, Bürsten, Möbel, Zigarren, Angeln, Mieder, Lakritze oder Lacke. Auch Brot wurde hier gebacken und zählte zu den Erzeugnissen. So gab es hier in Sülz neben Wohngebieten auch Arbeitsplätze. Auch heute sind die Bauten noch vielfach erhalten.

Im 19. Jahrhundert war Sülz ein Teil von Kriel. Es gehörte zur Bürgermeisterei Efferen im Landkreis Köln. Die Eingemeindung fand gemeinsam mit der Krieler Gemeinde statt. In der zweiten Baustufe wurden Wohnsiedlungen längs der aus der Römerzeit stammenden Ausfallsstraßen errichtet. Auch die Gebiete zwischen Luxemburger sowie Berrenrather Straße wurden bebaut.

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Plätze und Grünanlagen

Es wurden im Zuge der zweiten Phase sieben Plätze entworfen. Es gibt zwei Plätze für Veranstaltungen, zwei Marktplätze und einen grünen Stadtplatz von Fritz Encke, einem Gartendirektor. Der 1912 entstandene Asbergplatz ist ein Beispiel für Multifunktionalität. Am Platz befinden sich Spielplätze und Ruhezonen. Auch am Nikolausplatz und am Manderscheider Platz ist beides anzutreffen. Nach Benjamin Auerbach, einem Geheimrat, wurde der Aucherbachplatz benannt. Dieser wie auch der Hermeskeiler Platz dienen als Marktplätze. Daneben fungieren sie als Parkplätze oder werden für Volksfeste genutzt. Im Osten des Auerbachplatzes gibt es Spiel- sowie Ruhezonen und im Westen ist eine Tiefgarage gebaut worden. Im 19. Jahrhundert war Sülz zwischen innerem und äußerem Festungsgürtel positioniert. Als die Festungseigenschaft aufgehoben wurde, sind die Rayonflächen in inneren sowie äußeren Grüngürtel verwandelt worden. Die Pläne für den äußeren Grüngürtel lieferte Konrad Adenauer, ehemaliger Oberbürgermeister. Auch Fritz Schumacher, ein Städtebauer, der Gartendirektor Fritz Encke sowie Theodor Nussbaum lieferten Plane zur Begrünung. Die sogenannte "Green-belt"-Idee sollte im Stadtteil zur Anwendung kommen. Es wurden auch Kleingärten und Grünflächen angelegt. So wurde beispielsweise der Beethovenpark gegründet. Diese Parkanlagen sollten eine Überleitung darstellen, vom Grün der Vorgärten zum Waldgürtel.

Nach dem Beethovenpark befindet sich die Sülzer Kleingartenkolonie. Sie wurde in den Jahren 1927 bis 1930 errichtet. Neben der Kleingartenanlage "Kletterrose e.V." befindet sich ein Hügel, der aus Trümmerschutt angelegt wurde. Ein Gelände wurde 1921 gesprengt und dort befand sich einst ein Artillerieraum. Der Sülzer Aquarienzoo befand sich bis in die 1990er hier. In heutiger Zeit wurde daraus ein Naturlehrpfad. Der Decksteiner Weiher misst 20 ha und das Areal befindet sich teilweise in Sülz, beim äußeren Grüngürtel.

Katholische Kirchen

Die Kirche St. Stephanus zählt heute zu Lindenthal. Sie wurden viele Jahrhunderte hindurch immer wieder erweitert und es wurde daran gebaut. Die Bauetappen reichen vom 9. bis zum 13. Jahrhundert. Von den Einwohnern in der Gegend wird die Kirche "Krieler Dömchen" genannt. Zu früherer Zeit war die Kirche der Pfarre St. Stephan des Guten zugehörig. Franz Statz, ein Sohn von Dombaumeister Vincenz Statz, errichtete in den Jahren 1903 bis 1909 die Nikolauskirche sowie die Pfarre. Fritz Encke kreierte den Nikolausplatz und die Kirche hat historische Bedeutung. In der St. Nikolauskirche gibt es schöne Mosaiken, die byzantinischen Stils sind. Ein Mosaik davon ist das Apsismosaik des Johannes Osten von 1919. Von Peter Hecker stammen expressionistische Fresken der 1960er. Der Turm ist 53 m hoch und ist markant im Stadtteil zu sehen. Ferdinand Passmann sowie J. Bonn ließen 1930 eine Kirche an der Zülpicher Straße bauen. Die St.-Karl-Borromäus-Kirche befindet sich auch am Eckstein Redwitzstraße. Wilhelm Tophinke schuf den Kreuzweg sowie das Hochkreuz der Kirche. Georg Meistermann lieferte 1958 die Verglasungen dazu. 1967 sowie 68 wurde die Kirche saniert und der Chorraum bekam eine Neugestaltung. Gottfried Böhm erschuf den Chorraum neu und Meistermann die Chorwand. Das Tabernakel stammt aus der Kreation von Gottfried Böhm. Die Kirche ist im Besitz einer Madonna, die aus dem 14. Jahrhundert stammt.

In einem Kinderheim befindet sich eine Waisenhauskirche namens "Zur Heiligen Familie". Die Pläne dazu lieferten Gottfried Böhm sowie Dominikus Böhm. Sie wurde 1956 bis zum Jahr 1958 erbaut und vorher stand hier ein Vorgängerbau. Dieser wurde im Zweiten Weltkrieg fast ganz zerstört. Der Turm blieb jedoch erhalten und ist neobarocken Stils. Dieser Turm wurde in den Neubau integriert und im 2007 bekam die Kirche den Titel "Denkmal des Monats" verliehen. Im Waisenhaus befindet sich auch eine Kapelle, die in Privatbesitz ist. Vincenz Statz lieferte die Pläne zu dieser Kapelle und sie wurde 1855 bis 1857 errichtet. In der Kapelle sind schöne Gemälde von Johann Anton Ramboux zu sehen.