Volkhoven / Weiler stellt sich vor

Volkhoven / Weiler ist linksrheinisch gelegen und es hat eine Fläche von 4,353 km2. Die Einwohnerzahl liegt etwa bei 6082 und die Eingemeindung Volkhovens fand am 1. April 1888 statt. Die Eingemeindung Weilers folgte am 1. April 1922. Die Postleitzahl lautet 50765 und der Stadtteil ist dem Stadtbezirk Chorweiler zugehörig. Es verkehren die Eisenbahnlinien S 6 sowie S 11 und die Buslinien 121, 125 und 126 hier.

Volkhoven Weiler

Lage von Volkhoven / Weiler

Die Nachbarstadtteile sind:

  • Esch / Auweiler
  • Lindweiler
  • Heimersdorf
  • Chorweiler
  • Blumenberg
  • Roggendorf / Thenhoven

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Geschichtliche Fakten

Es handelt sich um ehemals zwei Orte, welche zusammengewachsen sind. Volkhoven ist südlicher situiert und in der Franzosenzeit war Volkhoven ein Teil des Kantons Weiden. 1888 wurde es in die Bürgermeisterei Longerich eingemeindet. Weiler liegt im Norden und war Bestandteil der Bürgermeisterei Worringen. Einst hatten die beiden Orte große Höfe, die heute noch existent sind. Beispielsweise gibt es noch heute den Bürgershof und den Georgshof. 1766 wurde eine erste Kirche gebaut, die in Weiler stand. In den 1920ern entwickelte sich zwischen den Orten eine winzige Siedlung. Die Kirche St. Cosmas und Damian wurde hier 1925 errichtet. Im gleichen Jahr kam es auch zum Bau eines Wasserwerkes, welches im Norden liegt. Es hat viele Modernisierungen und Erweiterungen hinter sich und lag einst im Wald. Die Einwohner links des Rheins werden noch heute zum Großteil dadurch mit Trinkwasser versorgt. Das Wasserwerk wird durch den Pulheimer Bach gespeist. Drei Kilometer entfernt befindet sich ein Naturschutzgebiet. Der Bach versickert hier und auch die großen und kleine Laache. Die Qualität dieses Wasserwerkes ist sehr gut.

Der Grünzug Nordwest wird mit der Glessener Höhe, genannt Ville, verbunden über den Lehrpfad am Pulheimer Bach sowie dem Rheinland Naturpark. 1964 kam es in Volkhoven zu einem schweren Attentat, das elf Tote forderte. Beim Amokläufer handelte es sich um einen Frühpensionisten. Dieser fühlte sich durch die Behörden ungerecht behandelt. Das Ziel seines Attentats war seine einstige Schule. Unter den Toten waren zwei Lehrerinnen sowie acht Kinder. Im Süden entstand ein Autobahnzubringer, welcher den Weg zum Autobahnkreuz Köln-Nord weist. Die vierspurige Erschließungsstraße verkehrt entlang des Stadtteils. Es entstand auch eine S-Bahn Strecke, der direkt neben dem Autobahnzubringer liegt. In einer Viertelstunde ist man bereits am Hauptbahnhof von Köln. Von der Haltestelle Köln-Volkhovener Weg führen die Züge der S 6 sowie der S 11 zum Bahnhof. Die S 11 verkehrt auch in anderer Richtung über Neuss sowie Dormagen in die Stadt Düsseldorf. Es existiert seit mehr als 150 Jahren eine Eisenbahnstrecke, die von der Stadt Köln nach Krefeld verkerht. Früher bestand ein Haltepunkt auch in Weiler, der heute nicht mehr in Betrieb ist. Als die 1960er Jahre zu Ende gingen, entstand ein Friedhof. Dieser dient den Stadtteilen Seeberg, Chorweiler, Heimersdorf, Lindweiler sowie Blumenberg.

Öffentliche Einrichtungen in Volkhoven / Weiler

Dieser Stadtteil hat gute Anbindungen an den Verkehr. Dadurch baute man nur eine Berufsfeuerwehrwache hier. Dieser dient dem ganzen Stadtbezirk Chorweiler für den Einsatz. Nördlich ist das Bundesamt für Verfassungschutz gelegen. In den 1980ern zog das Amt von Ehrenfeld in diesen Stadtteil um. Volkhoven besitzt ein Gymnasium, welches für die ganze Trabantenstadt ausreichen muss.

Die Simultanhalle ist ein Kuriosum und wurde auf dem Gelände der einstigen Dorfschule hier erbaut. Die Schule wurde nach dem Attentat des Jahres 1964 geschlossen. Die Simultanhalle entstand in den 1970ern. Es handelt sich um ein Provisorium zum Neubau des Ludwig Museums. In der Halle wurde der Lichteinfall ausprobiert, der auf die Bilder im Museum wirken sollte. Die Halle wurde als Versuch gebaut und am Versuchsende überließ man Künstlern aus Volkhoven die Halle. Sie wird nun als Ausstellungshalle sowie als Atelier genutzt.

Zur Geschichte der Simultanhalle

Sie wird genau "Simultanhalle – Raum für zeitgenössische Kunst" genannt. Dabei handelt es sich heute um eine Ausstellungshalle im Stadtteil Volkhoven. Sie ist am Volkhovener Weg 209 - 211 gelegen. Ihr Entstehungsjahr war 1979 und sie diente als Testbau. Die Wirkung des Lichteinfalls sollte in der Halle ausprobiert werden. Das Museum Ludwig war als Neubau geplant. Für die Bilder wollte man die Lichtwirkung und den Lichteinfall testen. Die Halle wurden von Busmann + Haberer, beides Architekten, geschaffen. In der Halle wurde die Lichtführung, die Decken- sowie Bodenbelage und die Außenbeläge erprobt. Die Halle hat eine Sheddachkonstruktion, was den Bau charakterisiert.

Das Gebäude hatte ihren Zweck erfüllt und somit war geplant, den Bau wieder abzureißen. Lokale Künstler verhinderten den Abriss im Jahre 1983. Die Künstler veranstalteten Ausstellungen in der Halle. Seit dieser Zeit wird der Bau als Ausstellungsort benutzt. Seit 1984 liegt die Halle in Trägerschaft der Stadt. Das Kunstprogramm wird seit 1989 von Kuratoren organisiert, welche oft wechseln. In 25 Jahren haben ungefähr 150 Künstler ihre Werke ausgestellt. Unter anderem waren dies Jutta Koehter, Walter Dahn oder Kai Althoff.

Freizeitaktivitäten

Das Viertel Weiler wurde im Jahre 2008 um einen Park reicher. Der neue Park wurde als Generationenpark gestaltet und "Köln-Volkhoven-Weiler", ein Bürgerverein, war sein Gründer.

Das Attentat von Volkhoven

Traurig in Erinnerung ist in Volkhoven das Attentat vom 11. Juni 1964. Walter Seifert war damals 42 und Frühpensionist. Dieser baute in Eigenbau Flammenwerfer und verletzte damit sowie mit einer Lanze acht Kinder. Die Kinder starben und auch zwei Lehrerinnen waren unter den Todesopfern. Weitere 20 Kinder sowie zwei Lehrkörper wurden schwer verbrannt. Der Täter beging nach dem Attentat Selbsmord und benutzte dafür E605, ein Pflanzenschutzmittel. Es war der erste Amoklauf in Deutschland in einer Schule. Jedoch gab es schon 50 Jahre davor ein Attentat auf eine Schule in Bremen.

Tatort von damals

Die katholische Grundschule war am Volkhovener Weg gelegen. Der Vorort war dörflich geprägt und es gab eine circa 1,50 Meter hohe Mauer nahe der Schule. Die Pforte war einflügelig und es gab ein weiteres zweiflügeliges Eisentor. Links neben der Eingangspforte zum Schulhof gab es eine alte Schule. Rechts vom Schulhof stand eine Holzbaracke mit einem Geschoss. Diese stand 20 Meter von der Mauer entfernt. Die Holzbaracke hatte vier Klassenräume und in einer hinteren Ecke bestand noch eine Holzbaracke. Dort gab es zwei weitere Klassenräume. Es gab freien Zugang zum Schulgebäude sowie auch zu den anderen Bauten. Das Schloss des Eingangtores war kaputt und damals gab es auch keine Kontrollen oder Sicherungen am Schulgelände. Es waren acht Lehrkörper sowie circa 380 Kinder zum Tatzeitpunkt anwesend.

Damalige Opfer

Die Todesopfer: Ursula Kuhr, Lehrerin, war gerade mal 24 Jahre alt und verstarb noch am Tatort. Gertrud Bollenrath war 61 und auch Lehrerin und starb im Krankenhaus. Die Lehrerinnen hatten schwerste Stichverletzungen davongetragen. 28 Kinder sowie Lehrerinnen wurden schwerst durch Brandwunden verletzt. In den darauffolgenden Wochen verstarben acht der Kinder infolge der Schwere der Brandwunden.

Die Namen der Opfer:

  • Dorothea Binner
  • Klara Kröger
  • Stephan Lischka
  • Renate Fühlen
  • Rosel
  • Ruth Hoffmann
  • Kanin Reinhold
  • Ingeborg Hahn

Das Schulgelände

Heute steht auf dem einstigen Schulgelände die Simultanhalle. Der Schulausschuss der Stadt Köln ließ den Abriss anordnen. Es sollte eine neue Schule gebaut werden. Die alte Schule wurde zugesperrt und es blieb nur das alte Schulhaus aus Stein stehen. Der Abriss erfolgte schon wenige Tage nach dem Attentat. Am 1. Juli 1980 wurde die alte Schule in den Denkmalschutz aufgenommen. Touristen können den Bau besichtigen und das Gebäude ist historisch von Interesse.

Eine Kombination zur Besichtigung der Simultanhalle sowie des alten Schulhauses kann empfohlen werden.