Westhoven heißt Sie herzlich willkommen

Das Stadtgebiet Westhoven ist im Südosten von Köln gelegen und ist dem Stadtbezirk Porz zugeordnet. Seine Fläche beträgt 4,218 km2 und die Einwohnerzahl liegt bei etwa 5503. Die Eingemeindung fand am 1. Januar 1975 statt und Westhoven trägt die Stadtteilnummer 702. Hier verkehrt die Stadtbahnlinie 7.

Lage sowie Grenzen zum Stadtteil

Wie ist Westhoven gelegen bzw. von welchen Stadtteilen "umzingelt"?

  • Humboldt / Gremberg im Norden
  • Gremberghoven im Nordosten
  • Ensen im Osten
  • der Rhein grenzt im Süden an Westhoven
  • die Bundesautobahn 4 ist die Grenze im Nordwesten
  • im Süden grenzt Rodenkirchen an Westhoven

Geschichtlich Interessantes

Bereits in der Jungsteinzeit war diese Gegend mit menschlichem Leben besiedelt. Die Rössener Kultur existierte hier bereits, was sich durch Funde nachweisen lässt. Diese gab es circa 3000 vor Christi und in einer Grube einer Ziegelei fand man eine kleine Schale. Der einstige Besitzer der Ziegelei war ein gewisser Offermann und der Standort liegt heute wohl am Ziegeleiweg. Diese Kultur zeichnet breite Einstiche mit horizontalen Reihen aus. Auch die Michelsberger Kultur konnte hier nachgewiesen werden. An der Fundstelle wurden einige kleine Keramikteilchen gefunden. Darüber hinaus lässt sich hier auch die Latenezeit nachweisen. Diese war etwa 190 v. Chr. bis Christi Geburt aktiv. Im Jahre 1938 wurden einige Spuren derselben hier erforscht. Man untersuchte ein Areal von 1100 m2 und es gab drei Fundorte. Es wurden Fundstücke in Auelehm gefunden und man grub bis 0,7 Meter tief. So kamen die Grundrissen von Häusern zum Vorschein, mit Pfostenlöchern. Auch Scherben sowie Steinpackungen wurden gefunden. Daneben wurden auch Keramiken aus der Römerzeit gefunden. Dies lässt vermuten, dass in dieser Gegend eine römische Siedlung vorhanden gewesen sein muss. Diese bestand wohl bis ins 2. Jahrhundert hindurch.

Die Karolingerzeit ist auch nachweisbar und durch Funde bestätigt. Es wurden weißgelbe Scherbenteile ausgehoben. Diese waren einst Bestandteile einer Reliefbandurne in dieser Zeit. Im Jahre 922 wird Westhoven erstmals in einer Urkunde erwähnt. Es stellte sich aber heraus, dass diese Urkunde gefälscht war. Die Urkunde war für das Kloster der Heiligen Jungfrauen bestimmt. Heute ist das Kloster unter St. Ursula Kloster bekannt. Im Jahre 1003 stattete man die Abtei Deutz mit einem Zehnten vom Gut Westhoven aus. Erzbischof Heribert von Köln war dazu der Urheber. 1041 fiel die Abtei dann an Westhoven und Hermann II., ein Erzbischof, teilte diese damals zu. Der Hof fiel somit an Westhoven und 1100 fand der Bau zur Nikolaus-Kapelle statt. In der Mittelalter-Zeit war Westhoven ein Teil des Porzer Amtes, welches im Herzogtum Berg lag. Im Jahre 1784 gab es ein Hochwasser im Februar und Westhoven hatte immense Überflutungen. In der französischen Revolution und deren Kriegen wurde der Ort total verwüstet. Der Ort fiel Bränden zum Opfer, bis auf die Nikolauskapelle. 180 damalige Bewohner flohen, um dem Flammenheer zu entkommen. 1806 kam es zur Gründung des Großherzogtums Berg und einer Neugliederung. Diese wurde nach Vorbild der Franzosen neu organisiert. So fiel 1806 Westhoven an das Departement Rhein. 1815 kam Westhoven dann zu Preußen und 1929 zum Amt Porz. 1932 wurde der Ort schließlich dem Rheinisch-Bergischen Kreis eingegliedert.

Am 16. Januar 1920 gab es große Überschwemmungen und es wurde eine Deichanlage in Planung gegeben. Die bewohnten Teile Westhovens sowie die Äcker sollten geschützt werden. Letztendlich wurde bis 1926 aber nur eine Deichanlage zum Schutz des bewohnten Areals realisiert. Es wurde auch eine Hochwasserschutzmauer errichtet und diese reichte bis an die St. Agatha-Straße. 1936 erbaute man die Mudra-Kaserne, eine Pionierkaserne. 1944 wurde die Kaserne enorm zerstört, bei Luftangriffen. Daher diente sie bis zum Jahr 1949 für Flüchtlinge sowie für Opfer der ausgebombten Häuser als Notquartier. Von 1951 bis 1965 waren hier Truppen aus Belgien untergebracht. 1974 wurde die Kaserne von der Bundeswehr übernommen. In den Jahren 1973 bis 1975 kam es zum Bau eines großen Wohnparks. Der Gerling-Konzern ließ den Wohnpark errichten. Dieser hatte 16 Stockwerke und 573 Wohnungen. Ein Stadtteil von Köln ist der Ort seit 1975. Die Kaserne "Adjt. Brasseur" war vom Militär Belgiens belegt und zwar bis 1995. Ab 2011 baute man das Gebiet dann zur Wasserschutzzone um.

Baudenkmäler

Im Jahre 1100 wurde die Nikolaus-Kapelle errichtet. Die Kapelle ist dem Nikolaus von Myra geweiht, der Patron der Schiffer ist. Im Jahre 1128 kam es zur feierlichen Einweihung der Kapelle. Die Benediktinerabtei St. Heribert übernahm die Weihe. Dabei wurde ihr auch das Begräbnisrecht verliehen. Dies ersparte den Einwohnern von Westhoven auch den weiten Weg nach Deutz. Die Bewohner vom Hof Westhoven konnten die Kapelle nutzen. Sie besitzt einen kleinen Saal romanischen Stils. Die Kapelle wurde von 1959 bis 1964 renoviert. Der Friedhof wurde bis 1929 genutzt und das Gelände wurde 1987 renoviert. Die Bürgervereinigung Ensen--Westhoven war dafür verantwortlich. Im Jahre 1880 wurde der Engelshof erbaut. Ein Bürgerzentrum sorgt hier heute für einige Veranstaltungen. Ab 1920 wurde der Hof Besitz der Stadt Köln. 1971 wurde die Bewirtschaftung eingestellt und 1976 fand eine umfassende Renovierung statt. Seit 1994 besteht das Bürgerzentrum und nette Konzerte werden organisiert. Die Westhovener Aue beherbergt das Zwischenwerk IXa. Auch das Fort IX gehört dazu und es befindet sich zwischen Porzer-Ringstraße sowie der Mudra-Kaserne.

Gewerbe in Westhoven

Die Mannesmann-Mulag-Werke wurden im Ersten Weltkrieg hier angesiedelt. Es wurden Autos hergestellt sowie der Poller Riese wurde hier konstruiert. Dieses war ein Transozeanflugzeug, das jedoch nie vollendet wurde. Im Jahre 1927 kaufte die Firma Massey-Harris, aus Kanada, das Werk. Ab dem Jahr 1929 wurden dann hier Landmaschinen produziert und es gab 600 Mitarbeiter. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Firma zerstört und nach Kriegsende wurde die Produktion mit 150 Mitarbeitern wieder aufgenommen. Neben Landmaschinen, Präzisionsrollenketten wurden auch verschiedene Ersatzteile hergestellt. Die Auslieferung erfolgte weltweit und auch Mähdrescher, die selbst fuhren, wurden geliefert. Diese Mähdrescher hatten ein Frontschneidwerk und Stollwerck siedelte sich in Westhoven auch an. 1984 wurde eine Straße in Stollwerckstraße umbenannt. Zuerst wurde deren Antrag nicht genehmigt, jedoch wurde der Stollwerckplatz dann aufgehoben. Danach wurde die Beantragung des Straßennamens bewilligt. Der Verwaltungssitz von Citroen Deutschland lag in Westhoven. Er befand sich an der Andre-Citroen-Straße. Dieser Sitz wurde danach in Wohnraum sowie Sozialeinrichtungen umgebaut. Auch Studentenwohnheime entstanden darin und in der Charlottenstraße ist die Dom-Brauerei beheimatet. Auch ein Verwaltungssitz von Stollwerck liegt im Gewerbegebiet im Norden.

Einrichtungen im Ort

Die Mudra-Kaserne wurde nach Bruno von Mudra benannt. Dieser war ein General in Preußen und seit dem Jahr 2013 liegt hier das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr. Auf diesem Areal wurde 2009 eine Klinik erbaut. Die einstige Passendale-Kaserne der Belgier wurde umfunktioniert. 150 Patienten können hier im Maßregelvollzug untergebracht werden. Die Sicherheitstechnik und die Therapiemaßnahmen sind einzigartig. Jedoch war die Bevölkerung weniger begeistert und es entstand Unruhe. Die "Bürger-KaFOR Köln" kritisierte den Neubau und sammelte Unterschriften dagegen. So wurden 35.000 Unterschriften gesammelt und auch die Forensische Klinik Köln-P-Westhoven nahm daran teil. Es kam daraufhin zur Einberufung der Initiative des Bürgervereins. Man wollte eine Verlegung des Standortes, der sich zwei km weiter weg befinden sollte. Dies scheiterte jedoch und die Wahner Heide kam somit nicht in Betracht.

Das Wasserwerk in Westhoven wurde im Jugendstil errichtet. Es dient der Trinkwasserversorgung und steht unter Denkmalschutz. Es liegt an der Porzer Ringstraße und der Bau wurde zwischen 1903 und 1904 gebaut. Heute werden Stadtteile im Norden damit ebenfalls versorgt und die Gemeinde Porz. Es ist ein Tiefbrunnen, der 10 % Uferfiltrat besitzt. Dieses kommt aus dem Rhein und die Förderleistung ist 3500 /m3 pro Stunde. Heute ist der Betreiber die Rhein Energie.

Die Westhovener Aue

Diese ist etwa 70 ha groß und es wurde als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen. Es handelt sich um ein einstiges Gebiet der Brasseur-Kaserne. Nach Kriegsende wurde das Areal als Truppenübungsplatz benutzt. Es besteht ein Verbot, die Wege zu betreten, denn es könnten sich noch Kampfmittelreste auf dem Gebiet befinden. Es wurden 52.000 m3 an Raum sowie 13.000 m2 an Verkehrsflächen abgerissen. Das Gebiet wurde mit 2000 Gehölzen bepflanzt. Auch große Wiesen wurden angelegt und seit ein paar Jahren ist das Gebiet für die Öffentlichkeit zugänglich.