Schlendern Sie durch Zündorf

Zündorf ist dem Stadtbezirk Porz zughörig und liegt rechtsreinisch im südlichen Köln. 8,12 km2 ist die Fläche von Zündorf und die Einwohnerzahl liegt bei circa 12288.

Geografische Lage

Zündorf ist direkt am Rhein gelegen und im Osten sind Wahn sowie Elsdorf die Grenzen. Libur schließt als Grenze südöstlich an und Niederkassel-Ranzel im Süden. Langel macht die südwestliche Grenze zu Zündorf aus. Die westliche Grenze ist der Rhein. Sürth sowie Weiß liegen auf der anderen Rheinseite im Westen. Einst bestand Zündorf aus Niederzündorf sowie Oberzündorf. Ersterer Ort war wichtiger, da es auch über das Stapelrecht verfügte. Am Hafen befand sich ein Markt und Niederzündorf entwickelte sich sehr gut. Der Markt wurde 1972 total renoviert. Es wurden Fundamente angebracht zwecks Hochwasserschutzes. Der Platz wurde 2006 abermals erhöht, bis zu 90 cm. Sollte Hochwasser bis zum 10,70 m Pegel auftreten, sind Häuser hier geschützt.

Erholungsgebiet Groov

Hier liegt das Erholungsgebiet von Zündorf und eine Insel trennte die Groov einst vom Rhein. Die Insel drohte zu versanden und 1849 wurde ein Damm errichtet, der die Groov mit dem Festland verband. 1862 wurde sie verbreitert und die Insel konnte noch bis 1950 angefahren werden. Dieser Rheinarm ist durch zwei Seen gegliedert. Kanalrohre verbinden die Seen miteinander, aber Frischwasserzufuhr gab es dann keine. Die Seen drohten zu kippen, so wurde mittels Fontäne Sauerstoffzufuhr in einen See gespült. Brunnenwasser wird ständig in den Obersee geleitet. Auf diesem See ist auch die Station für Tret- sowie Ruderboote zu finden, die man ausleihen kann. Im Norden ist ein Yachthafen vorhanden, den verschiedene Wassersportclubs nutzen. Von Zündorf nach Weiß kann man mit "KroKoLino" fahren. Im Sommer herrscht hier reger Betrieb und es gibt viele Außengastro-Betriebe hier.

Historie

Römische Funde sind hier belegbar, wie etwa Funde um das Gebiet der St.-Michaelskirche. Die St.-Martinus-Kirche ist im Besitz eines karolingischen Schrankenfragments. Auch uralte Gräber vom 10. bis zum 12. Jahrhundert sind hier zu finden. Heribert von Köln übertrug 1008 Besitz aus Zündorf an die Deutzer Abtei. 1155 wird es wohl bereits zwei Gotteshäuser gegeben haben. Eine schriftliche Quelle belegt hier zwei Pfarrer. Somit ist wohl sicher, dass es hier eine große Siedlung gab. Zündorf wurde bis zum Jahr 1806 vom Herzogtum Berg verwaltet. Die Franzosen fielen 1795 in Zündorf ein. Zündorf wurde der Mairie Wahn einverleibt und 1815 fiel Porz an Preußen und der Bürgermeisterei Heumar zugeteilt. 1875 wurde Heumar nach Porz versetzt und 1910 wurde ein Rathaus errichtet. 1928 gab es eine Umbenennung in Amt Porz und 1929 mit Wahn verbunden. 1932 war das Porzer Amt Teil des Rheinisch-Bergischen Kreises. 1951 schließlich kam es zur Verleihung der Stadtrechte.

1259 wurden Stapelrechte der Stadt Köln verliehen, aber Kaufleute wollten dies nicht billigen. So wurde Zündorf Handelsumschlagplatz sowie auch Hafen. Die Waren wurden hier auf Fuhrwerke umgeladen und an Köln vorbei landauf bis Mülheim gefahren. Kaufleute, die dabei erwischt wurden, das Stapelrecht zu umgehen, verloren ihre Waren. Die Verladestation Zündorf wurde dabei wohlhabend. Das Herzogtum Berg sowie Köln waren jedoch auf Zölle angewiesen. Heute erinnert der Zollturm noch daran. Im 15. Jahrhundert wurde dann der Rheinzoll im Ort eingeführt. Der Wehrturm in Zündorf war einst auch Wohnturm. Er entstand wohl nach 1250. 1864 wurde der Turm saniert, da vorher ein Brand stattfand. Gottfried Böhm lieferte Pläne dazu und 1975 bis 1980 fand eine Umgestaltung statt. Heute befindet sich der Heimatverein darin, wo auch Ausstellungen stattfinden. Zündorf kann mit vielen alten Bauten aufwarten.

Was gibt es zu sehen?

Wo sollten Sie unbedingt mal hin?

  • St.-Martins-Kirche in Oberzündorf
  • Börschhof - geschlossener Hof aus den Jahren 1780 / 81 (Herrenhaus mit zwei Stockwerken aus Backstein)
  • Handelshäuser und Fachwerkhäuser aus alten Zeiten
  • Kirche St. Mariae Geburt - diese ist neugotischen Stils und und besteht aus Backsteinen. Sie wurden in den Jahren 1895 bis 1897 gebaut und befindet sich gleich neben der Michaelskirche.
  • St. Michaelskirche - in dieser Kirche gab es Funde von Gräbern des 10. Jahrhunderts. Sie ist romanischen Stils und stammt aus dem 11. Jahrhundert. 1906 wurde das Seitenschiff im Norden abgetragen. Der Vierkantturm blieb zum Glück erhalten und er besitzt einen Rhombenhelm. Östlich liegt der Chor, der dreiseitig ist. Die Kapelle befindet sich südlich und im Norden liegt die Sakristei. Im Jahre 1692 fand ein Umbau der Sakristei statt.
  • Turmhof aus dem Mittelalter - es wurde angebaut und am Ausklang vom 20. Jahrhundert gab es hier lange eine Gaststätte; heute wieder Wohnhaus; Der Turm ist 20 Meter hoch und wurde wohl im 12. Jahrhundert gebaut. Er besteht aus Säulenbasalt und der Stil ist salisch-staufischer Natur. Es gibt eine Heiratsurkunde von 1380, worin der Turm erwähnt wird.
  • Herrenhaus von 1771
  • einstige Synagoge - heute ein Wohnhaus
  • Nepomuksäule ist denkmalgeschützt und befindet sich am Markt der Groov - sie wurde zu Ehren des Patrons der Schiffer gebaut

Sehenswert - die Klosterkapelle

Heute ist die Kapelle ein Kulturzentrum in Zündorf. Diese wurde in den Jahren 1887 bis ´89 gebaut und hieß früher Josephskapelle. Das Wort Kapelle leitet sich höchstwahrscheinlich auch vom Hlg. Martin und seinem Mantel ab. Dieser wurde einst "cappa" genannt. So entstand wohl das Wort Kapelle. Die Josephskapelle wurde vom Kloster in der Nähe als Messraum benutzt. Der Kaufmann Peletier wohnte einst in diesem Kloster. In dieser Kapelle war mehrere Tage der Domschatz von Trier gebunkert. Man wollte diesen vor den Franzosen schützen. Der Kaufmann veräußerte das Wohnhaus später und Nonnen zogen ein. Bis zum Jahr 1974 wurde dort sogar ein Altersheim betrieben.

St. Michaelskirche in Zündorf - ein sehenswertes Kleinod

St. Michael ist eine katholische, kleine Kirche und liegt in Zündorf im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Bis die neue Kirche, St. Mariä Geburt gebaur wurde, diente sie den Zündorfern als Gotteshaus. Sie hat eine rosa-weiße Fassade und liegt fast wie ein Märchenschloss im Viertel. Der Kirche ist ein Friedhof angeschlossen und besitzt viel Grün.

Geschichtliches

Außergewöhnlich ist das alte Rankenrelief aus der Merowingerzeit. Dieses stammt aus dem 7. Jahrhundert! Daneben ist auch das alte Südportal heute noch intakt. Das "liber valoris" führt die kleine Kirche um das Jahr 1300 erstmalig an und das Patronat lag beim Stift St. Severin. Dieses befindet sich ebenfalls in Köln und seit 1362 gab es das Patronat. Die Kernsubstanz des Langhauses stammt aus dem 11. Jahrhundert. In späterer Zeit kam ein Seitenschiff im Norden hinzu. Im Jahre 1170 wurde der Westturm angebaut. Dieser hat eine reiche Verzierung und einen Rhombenhelm. Der Chor ist dreiseitig und geschlossen. Renovierungsarbeiten fanden jeweils im Jahre 1690 sowie 1722 statt. Dabei wurde die Sakristei sowie der Chor neu gebaut. Die St. Mariä Geburt Kirche befindet sich seit 1897 in Zündorf als neues Gotteshaus.

Fähren sowie Schiffe

Der Stadtteil ist am Rhein gelegen und es liegt nahe, dass hier über Jahrhunderte Fähren und Schiffe fuhren. Vieh, Zollgüter sowie Fahrzeuge überzusetzen, war aber bis zum 17. Jahrhundert verboten. Aus dem Jahre 1317 stammt ein urkundlicher Eintrag, woraus hervorgeht, dass Fähren bis nach Weiß zugelassen waren. Ein Mann namens Johannem Gilles war ein erster Fährmann, der schriftlich erwähnt wurde. Mit einem Schraubendampfer gab es 1869 ersmals eine Verbindung in die Stadt. Matthias Weber, ein Zündorfer, schuf diese Verbindung. Bemerkenswert ist, dass das Unternehmen "Weberschiff" heute noch existiert! Balthasar Platz stellte zwischen 1909 und 1911 Anträge für Fähren nach Weiß und Porz. Er arbeitete bei "Zur Reinlust", einem Restaurationsunternehmen. Auch "Marktschiffahrt" wurde von hier bis Köln betrieben. Die Fährverbindung von Zündorf nach Weiß wurde 1953 geschlossen. 1987 wurde Heiko Dietrich eine Genehmigung erteilt, einen Fährbetrieb wieder aufzunehmen. Das erste Schiff namens "Frika", ein einstiges holländisches Schiff, wurde im September vom Stapel gelassen. "Krokodil" sowie "Krokolino" waren kleine Boote, die folgten. Ab dem Jahr 2010 wird täglich gefahren, wobei im Winter eine Pause gemacht wird.

Feste

Hier passiert eine ganze Menge!

  • An Christi Himmelfahrt wird ein Inselfest organisiert, das vier Tage dauert. Ein Handwerkermarkt, der historisch gestaltet wird und ein Kinderflohmarkt werden organisiert. Für die junge Klientel im Viertel gibt es eine Strandbar. Am letzten Tag gibt es ein großes Feuerwerk.
  • Ein anderes Fest ist der "Ädäppelsdag". Hier kommen Handwerksbetriebe aus Zündorf zum Einsatz. Der Klassiker ist ein Wettbewerb um die dickste Kartoffel.