Wir zeigen Euch: Marienburg

Marienburg! Es ist etwas weg von der City, aber wunderschön anzuschauen! Falls ein Auto verfügbar ist, so lohnt sich ein kleiner Ausflug!

Marienburg

Lage von Marienburg

Der Rhein bildet die Grenze im Osten, südlich ist die Autobahn 4 die Grenze zum Stadtteil. Die Grenze im Westen bildet der Stadtteil Raderthal und die nördliche Grenze wird mit Raderberg sowie Bayenthal gesetzt.

Geschichtliches

Um circa 20 nach Christus wurde das Flottenkastell Alteburg errrichtet. Das Kastell bot ungefähr 1000 Personen Platz und hat eine Fläche von sieben ha. 100 n. Chr. wurde eine Umwehrung aus Stein gebaut und 276 zerstörten die Franken das Kastell. Es wurde ein Grabstein von Lucius Valerius Verecundus gefunden, der circa 69 n. Chr. Dienst tat. Lucius tat in Germanien wohl bis nach 70 Dienst. In der Gegend fand erst nach dem Jahr 1609 eine Bebauung statt. Joseph Huybens errichtete 1782 beim alten Flotenkastell einen Park. 1813 wurde das "Gut Alte Burg" von Peter Joseph Prengrulier verkauft. Ludwig Böcking war der Käufer und dieser machte daraus eine Windmühle und den Turm-Torso sieht man heute noch. Auch erbaute Böcking einen Industriebetrieb und verkaufte das Gebiet 1845. Der Fabrikant Paul Josef Hagen war der Käufer und 1843 erwarb dieser auch den Hof Marienburg. Nach diesem Hof wurde der Stadtteil benannt. Die Alteburger Mühle wurde zum Ende des 18. Jahrhunderts am Kastellgelände erbaut. Die Mühle ist bis heute erhalten geblieben.



Die Rheinische Aktienbrauerei Alteburg wurde 1873 gegründet und in den Jahren 1878 und 1879 wurde ein neues Rathaus gebaut. Mit John Moore wurde 1867 ein Vertrag vereinbart, der die Errichtung des Alteburger Wasserwerkes beinhaltete. Die Straßennamen wurden in Marienburg mit Romantik-Hintergrund vergeben. So zeugen die Lindenallee, die Parkstraße oder "Unter den Ulmen" davon. In diesen Straßen wurden Villen gebaut und wohlhabende Kölner siedelten sich hier an. Ernst Leybold, ein Kaufmann aus Köln, war Immobilienspekulant und auch Spediteur und forcierte dieses. Der Hof Marienburg wurde 1845 erbaut und der Hof wurde von Adolph Davignon erworben. Er kaufte vom Bankhaus Sal. Oppengheim das Gut mit günstigen Konditionen. Leybold wohnte im Gut ab dem Jahr 1874 selbst. Die freie Landfläche verkaufte er dann an wohlhabende Interessenten. Seine Spekulantengeschäfte belasteten jedoch seine Finanzen und 1880 vermietete er das Gut Marienburg. Er selbst musste dann in eine Mietwohnung ziehen. Im Jahr 1880 gründete er dann die Leybold & Cie. Gesellschaft. Auch die "Actiengesellschaft Marienburg-Cöln" wurde von ihm gegründet.

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Die Eingemeindung

1888 kam es zur Eingemeindung nach Köln und der Villenvorort wurde größer. Ab 1895 wurde die Bebauung des Stadtteils vorangetrieben. Im Jahre 1925 wurde diese dann weitgehendst abgeschlossen. In 30 Jahren wurden schöne, palastartige Bauten geschafffen. Die Baustile waren vom Historismus und Jugendstil beeinflusst. Auch der Expressionismus sowie die Moderne waren in der Architektur vertreten. Renommierte Namen wie Joseph Maria Olbrich, Paul Bonath, Paul Pott, Bruno Paul, Otto March sowie Hannes Koerfer waren unter den Architekten. Auch Dominikus Böhm, Theodor Merrill, Wilhelm Riphahn oder Carl Moritz waren Architekten in Marienburg. Die bedeutendsten Architekten von Marienburg waren Merrill sowie Pott. Auf diese Weise kam es zu einer gewissen Kompaktheit in Deutschland, was Villen betrifft. Die Villen in Marienburg haben prächtige Bauten und dazugehörige Parks. In den Villen gab es umfassende Wandmalereien und eigen gestaltetes Mobiliar. Der sogenannte "kölsche Adel" bezog diese Villen. Diese waren wohlhabende Familien aus Köln und diese haben sich besonders in der Lindenallee angesiedelt. Das Villenviertel in Marienburg hat in Deutschland einen gewissen Ruf, der nur noch von Berlin-Grunewald und Grünwald übertroffen wird. Das Villenviertel ist eines der besterhaltenen Areale in Köln. Im Zweiten Weltkrieg blieb das Villenviertel weitgehend von Zerstörungen unbehelligt.

Heute gibt es noch viele Villen in Marienburg, die wunderbar erhalten sind. 1902 wurde der Bismarckturm gebaut, der 27 Meter hoch ist. Den Entwurf dazu lieferte Arnold Hartmann und Heinrich Stollwerck finanzierte den Turm. Stollwerck ließ in der Nachbarschaft des Turmes eine Villa erbauen. Die Rheinuferstraße wurde als Promenade gebaut und danach folgte der Südpark. In Marienburg wurden ab 1949 auch einige diplomatische Missionen gebaut. Danach wurde es von Bad Godesberg abgelöst, was ausländische Diplomatenviertel angeht. Für britische Personen wurden in Marienburg auch Häuser gebaut, die auch 400 m2 hatten. In der Parkstraße 5 wurde die Botschaft Irans errichtet. Die iranische Botschaft wurde 1973 nach Bonn verlegt und die Botschaft der Schweiz verlegte den Sitz 1977. Die Botschaftssitze von Kanada, Indien sowie Brasilien waren auch hier angelegt. In heutiger Zeit werden diese Bauten als Büros eingerichtet. BFBS sit ein Militärsender der Briten und liegt seit 1954 in der Lindenallee. Der Deutschlandfunk lag bis 1979 in der Lindenallee. Dazu wurde damals eine Villa zum Funkhaus umgebaut. Marienburg hatte Nähe zum Bonner Regierungssitz und daher waren in diesem Stadtteil etliche Organisationen angelegt. Der Deutsche Städtetag war in der Lindenallee angesiedelt und seit 1948 war er in einigen Villen zur Miete untergebracht.

Struktur von Marienburg

Die Kölner sagen zu Marienburg eigentlich nur Nobel-Villenviertel. Im Prinzip gibt es in Marienburg eine Trennlinie, welche die Bonner Straße miteinschließt. Der Stadtteil besteht aus einem prächtigen Nobelviertel und dieses liegt zwischen Bonnerstraße sowie dem Rheinufer. Links der Bonner Straße gehören weitere Gebiete zu Marienburg. Diese liegen in Fahrtrichtung zur Innenstadt und gehören politisch gesehen zu Marienburg. Von der Fläche gesehen, liegen diese Gebiete jedoch nur etwa zu 20 % zu Marienburg. Dieses außerhalb des Villenviertels liegende Areal verläuft in etwa dreieckig. Es beginnt bei der Bushaltestelle Arnoldshöhe, der an der linken Bonner Straßenseite liegt. Der Tennisclub in Marienburg mit dem Namen "TC Arnoldshöhe" liegt gegenüber einer Kirche. Eigentlich liegt dieser Tennisclub kartografisch in Raderthal. Dieses Areal liegt vom Villenviertel entfernt und die Kölner nennen dieses Gebiet auch Arnoldshöhe genannt.

Kirchen im Stadtteil

Die Reformationskirche hat der Architekt Otto March kreiert. Sie entstand zwichen 1903 sowie 1905 und wurde 1943 beschädigt. Die Kirche wurde nach dem Krieg umgestaltet. St. Maria Königin ist eine katholische Kirche, die in der Goethestraße steht. Dominikus Böhm war der Architekt dieser Kirche und sie hat einen quadratischen Grundriss. Die evangelische Kirche "Allerheiligen" steht in der Lindenallee an der Ecke Bonner Straße.

Sehenswertes

Ein kleiner Abstecher lohnt sich sicherlich. Und was gibt es zu bewundern? Hier drei Dinge:

  • Es gibt hier einen Puttenbrunnen, dessen Künstler unbekannt ist. Das Werk stammt aus dem Jahre 1910.
  • Es steht ein Panther im Südpark, der 1920 geschaffen wurde. Fritz Behn erschuf die Plastik und sie ist denkmalgeschützt.
  • Kölner Festungsmuseum